Hilfe für Betroffene und Angehörige

Dorsten/Marl. Wer Probleme mit illegalen Drogen hat, gerät schnell in einen Teufelskreislauf. Aus diesem auszubrechen, ist mitunter sehr schwer. 40 Jahre Drogenberatung Westvest, ein Anker, der Halt bietet!

Hilfe finden Betroffene und Angehörige bei der Drogenberatungsstelle Westvest, die kürzlich zum Tag der offenen Tür einlud und in diesem Jahr ein „Doppeljubiläum“ feiert.

  • Seit 25 Jahren gibt es den Trägerverein „Jugend- und Drogenberatung Westvest“
  • seit 40 Jahren hilft die „Drogenberatung Westvest“ am Standort in der Zeppelinstraße 3 in Marl Betroffenen und ihren Angehörigen.

Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff machte sich am Tag der der offenen Tür vor Ort persönlich ein Bild. Sein Fazit: „Ein tolles Team, welches seit vielen Jahren eng mit der Suchtberatung der Caritas in Dorsten und mit unserem Jugendamt, sowie unserem Sozialamt zusammenarbeitet. Seit der Gründung hat sich viel getan. Die Drogen haben teilweise andere Namen. Das Leid und die Schicksale, welche dahinter stehen, bleibt aber..“

Auch seine Kollegen Werner Arndt, Bürgermeister in Marl und Heinrich Wiengarten, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Haltern am See, informierten sich über die 40 Jahre Drogenberatung Westvest und lobten den Einsatz der Mitarbeiter vor Ort, die im Gespräch mit den Klienten Großes leisten.

Mit dem „Cannabis-Koffer“ geht Christof Sievers in Schulen. Dort klärt er
über die Gefahren von Drogen auf.
Foto: André Elschenbroich

In den Räumen bekamen Interessierte Einblicke in die Arbeit. Unter anderem warfen sie einen Blick in den „Cannabis-Koffer“, der in Schulen eingesetzt wird. An anderer Stelle konnten kleine Tüten mit weißem Pulver, was Kokain und andere Substanzen symbolisierte, begutachtet werden. Alle Mitarbeiter erklärten ihren Aufgabenbereich und ließen erkennen, dass hier Hand in Hand gearbeitet wird.

Sucht betrifft alle Schichten

Wem die Welt von Kokain und Co. fremd ist, der hat vielleicht sofort das klassische Bild vom abgewrackten Junkie vor Augen. Doch: „Es sind Mitbürger wie Sie und ich“, sagte Thomas Wiezorrek, Leiter der Suchtberatungsstelle Westvest. „Das Problem betrifft alle Schichten“, betonte er beim Tag der offenen Tür. So kann es jeden treffen. Vielleicht den eigenen Nachbarn oder Kollegen.

Ein volles Haus bescherte der Tag der offenen Tür der Drogenberatung.
André Elschenbroich

Allein im Jahr 2018 betreute die Suchtberatungsstelle 560 Klienten: 480 Konsumenten und 80 Angehörige. Sie kommen aus Dorsten, Gladbeck, Haltern am See und Marl. Zahlen, hinter denen sich einzelne Schicksale verbergen, die alle ihre eigene Geschichte mitbringen.

Vielen konnte schon geholfen werden. Vor allem auch dadurch, dass psychosozialen Einrichtungen und Institutionen gut vernetzt sind. Auf kurzen Wegen wird hier Hand in Hand gearbeitet – und langfristig Hilfe geleistet.

Hilfe mit Herz und Verstand bei der Drogenberatung

Zehn Mitarbeiter der „Drogenberatung Westvest“ setzen sich mit Herz und Verstand für die Menschen ein, die Probleme mit Drogen haben. Engagiert arbeiten sie in der Beratung und Behandlung. In der Prävention und der Nachsorge. Der psychosozialen Betreuung von Substituierten (PSB) und der Sucht- und Aidsprävention (Youthwork), um den Aufgaben und Anforderungen der Drogenhilfe zu begegnen.

Thomas Wiezorrek, Leiter der Drogenberatung
Westvest empfing die Gäste.
Foto: André Elschenbroich

In den Anfängen gab es Hilfe von Menschen für Menschen. Therapeuten, die eigentlich keine waren. 1969 taten sich Bürger zusammen, die merkten, dass es ein Drogenproblem in der Region gibt. Nach vielen Jahren hat es sich in alle Schichten der Gesellschaft geschlichen – doch die Arbeit hat sich mehr und mehr professionalisiert.

Drogenproblematik schon seit den 60er Jahren

1975 wurde eine Jugendberatung an der Bergstraße 357 eröffnet. Sie befand sich gegenüber des Theaters in Marl. Schon der damalige Trägerverein „Beratungsdienst für gefährdete junge Menschen“ hatte sich zum Ziel gesetzt, der ansteigenden Drogenproblematik ein Beratungsangebot entgegenzusetzen, wie Urgestein und ehemaliger Leiter Klaus Werner betonte.

Nach einem Brand im Jahr 1978 wurde der Standort verlegt. So zog die Drogenberatung in das Haus an der Zeppelinstraße 3. Im November 1994 gab es eine weitere Änderung. Der ehemalige Trägerverein löste sich auf und wurde durch den Verein der „Jugend- und Drogenberatung Westvest“ ersetzt.  

40 Jahre Drogenberatung Westvest – Abstinenz ist das Ziel

Mittlerweile gibt es die Drogenberatung seit 40 Jahren. Eine Zeit, in der sich viel bewegt hat. In der Arbeit an sich. In der Arbeit mit den Menschen. Aber vor allem auch für die Betroffenen und Angehörigen.

Anschauliches zur Aids-Prävention und Sexualpädagogik
gab´s im Raum von Marc Zumpe.
Foto: André Elschenbroich

Dank der Drogenberatung Westvest und dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter gelingt es manchen sogar, in Abstinenz zu leben. Die Arbeit der Drogenberatung leistet einen wichtigen Beitrag in der Gesellschaft.

Mit Einsatz und Engagement werden Ziele erreicht, die manch einer nicht für möglich gehalten hätte. So wird hoffentlich auch die nächsten 40 Jahre Drogenberatung Westvest ein Anlaufpunkt für Menschen sein, die sich mutig einem neuen Leben stellen wollen.

Drogenkonsumenten sollten sich nicht scheuen, Hilfe aufzusuchen:

Die Drogenberatung Westvest ist telefonisch erreichbar unter 02365/17464, per E-Mail unter [email protected] Weitere Infos und Öffnungszeiten gibt’s im Internet unter www.drogenberatung-westvest.de

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