Seit vielen Jahren hatte die Vereinte Volksbank hochwertige Kalender für ihre Kunden und Geschäftspartner drucken lassen. Doch das Interesse war in letzter Zeit gesunken. Daher kommt das Geld nun einem sozialen Zweck zugute.
„Heutzutage hat ja jeder einen praktischen digitalen Kalender“, sagt Ralf Bröker und hält schmunzelnd sein Mobiltelefon hoch. Der Prokurist der Vereinten Volksbank betont, dass man schon länger ein schwindendes Interesse an Papierkalendern erlebt habe. „Wir hatten die Situation, dass erstmals einige Kalender übrig geblieben waren“, betont auch sein Kollege Maximiliam Stoschek. Daher habe sich die Vereinte Volksbank entschieden, in diesem Jahr erstmals auf die Kalender ganz zu verzichten und das dafür aufgewendete Geld stattdessen zu spenden.
5000 Euro für Dorstener Tafel
Davon profitieren die Tafeln in Dorsten und Bottrop. Jeweils 5000 Euro erhalten die gemeinnützigen Vereine an den beiden Standorten. Seit vielen Jahren entlasten die Tafeln mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit einkommensschwache Familien und arme Menschen. Lebensmittel, die noch gut sind, aber nicht mehr zum Verkauf bestimmt sind, sammeln die Helfer in den Geschäften ein. Dann werden sie gesichtet, sortiert und gegebenenfalls neu verpackt für symbolische kleine Preise zum Verkauf bei der Tafel angeboten.

Bis zu 800 Menschen nutzen die Dorstener Tafel
In Dorsten besitzen rund 240 Familien einen Einkaufsausweis für die Tafel, den man nur bei nachgewiesener Bedürftigkeit erhält. „Das sind zwischen 600 und 800 Personen, die zu uns kommen“, erklärt der Vorsitzende der Dorstener Tafel, Herbert Rentmeister. Wichtig ist ihm zu betonen, dass es sich immer um ein freiwilliges Angebot handelt. „Die Menschen, die zu uns kommen, sind unsere Kunden. Wir bieten ihnen eine Entlastung an, damit sie dringend nötiges Geld für andere Ausgaben sparen können.“
Anforderungen an die Tafel sind gestiegen
Seit Beginn des Ukrainekrieges sei die Nachfrage bei der Tafel noch einmal deutlich gestiegen. So wurde etwa ein wöchentlicher Tafeltermin für die ukrainischen Geflüchteten eingeführt, bei dem sprachkundige Helfer im Einsatz sind. Aber auch Einheimische nutzen die Tafel verstärkt, da viele Haushalte unter knappen Finanzen leiden. „Besonders die gestiegenen Energiepreise bereiten den Menschen großen Kummer“, berichtet Ursula Riedel. Sie engagiert sich als Schatzmeisterin für die Dorstener Tafel. „Auch wir als Tafel sind betroffen. Unsere Fixkosten für die Fahrzeuge und Räume sind auch gestiegen.“

Starke Unterstützung
Zum Glück kann sich die Dorstener Tafel aber auf eine starke Zivilgesellschaft in Dorsten stützen. „Wir erfahren wirklich sehr große Unterstützung durch viele große, aber auch kleine Spenden“, freut sich Ursula Riedel. „Auch auf die Volksbank können wir uns immer verlassen“. Für die Bank sei das Engagement selbstverständlich. „Wir sehen uns als Teil eines großen sozialen Netzwerkes hier vor Ort“, sagt Ralf Bröker. Rund 300.000 Euro seien allein im vergangenen Jahr für Förderprojekte und soziale Einrichtungen gespendet worden. Dabei habe man auch die Tafel unterstützt. Ein aktuelles Beispiel dieser Zusammenarbeit sei etwa ein Youtube-Projekt gewesen, bei dem mit gespendeten Lebensmittel gekocht und so auf die Arbeit der Tafel aufmerksam gemacht wurde.

Spendengeld wird zu Gutscheinen
Die Freude über die 5000-Euro-Spende der Volksbank war bei der Übergabe am vergangenen Montag groß. Da die Mitarbeiter der Tafel alle ehrenamtlich arbeiten und auch keine Lebensmittel zukaufen dürfen, hat sich die Dorstener Tafel etwas Besonderes ausgedacht. „Wir werden die bedürftigen Menschen, die bei uns gemeldet sind, mit einem Energie-Gutschein im Wert von 20 Euro unterstützen“, erklärt Herbert Rentmeister. Eine ähnliche Aktion habe man in der Adventszeit bereits mit gutem Erfolg durchgeführt. Im Februar sollen dann die Gutscheine ausgegeben werden. Und wie sieht es mit der Zukunft der Volksbank-Kalender aus? „Ich könnte mir vorstellen, dass wir auch in Zukunft auf diese Kalender verzichten“, erklärt Ralf Bröker. Am sozialen Engagement hingegen werde auch zukünftig nicht gespart.
Wer noch einen Kalender sucht, kann damit auch andere soziale Projekte unterstützen:




























