Wie ermöglicht man Fußball-Fans mit Behinderung ein tolles Spielerlebnis? Im Schalker Stadion fand dazu erstmals ein Workshop statt. Dorsten-Online-Medienberater Stefan Schürmann hat ihn mitgestaltet.
Bei den Veranstaltungen in der Schalker Arena stehen seit einiger Zeit Freiwillige als Ansprechpartner für die Fans bereit. Diese sogenannten „Volunteers“ müssen sich natürlich auch um Fußballfreunde mit Behinderungen kümmern. Doch welche Bedürfnisse oder Probleme haben Menschen, die nicht hören, sehen oder gehen können? Diese Fragen wurden jetzt in einem Workshop für Fanbetreuer in der Arena angesprochen.
Einer der Referenten war auch Stefan Schürmann, der als Medienberater bei Dorsten-Online arbeitet. Als Rollstuhlfahrer und Schalke-Fan ist er von klein auf mit den Hürden vertraut, die einem gehbehinderten Menschen bei einem Stadionbesuch begegnen. Da ist allein die Perspektive: „Eine Bordsteinkante sieht aus eins-fünfundsiebzig Höhe natürlich anders aus, als vom Rollstuhl“, beschreibt Schürmann die unterschiedlichen Blickwinkel.

Mit dem Rolli auf die Charlie-Neumann-Brücke
Um den Volunteers den Blick vom Rollstuhl aus zu verdeutlichen, ließ Stefan Schürmann kurzerhand einen Parcours im Außenbereich aufbauen. Hier sollten die Helfer nun einmal selbst Platz im „Rolli“ nehmen und sich verschiedenen Kanten oder Rampen stellen. „Ich habe die Gruppe einmal die Charlie-Neumann-Brücke zum Testen hoch- und runtergejagt“, erzählt Schürmann lachend. Die auch für Gehende schon spürbar ansteigende Brücke am Stadion ist im Rollstuhl eine echte Herausforderung.
Fallstricke deutlich gemacht
Auch im Umgang mit behinderten Menschen gibt es einige Fallstricke: Während man einen Rollstuhlfahrer noch recht unkompliziert einfach ansprechen kann, ist das bei gehörlosen oder blinden Menschen nicht so einfach. Um auch ihre Perspektive darzustellen, hatte der Fanbeauftragte Sven Graner für den Workshop Menschen mit ganz verschiedenen Behinderungen eingeladen. Dicht schließende Gehörschützer und sichtbehindernde Brillen verdeutlichten die Einschränkungen auch für sehende und hörende Teilnehmer.

„Dieser Perspektivwechsel war sehr wertvoll und hat auch den Teilnehmern viel gebracht“, betont Stefan Schürmann, der auch in der AG „Schalke für Alle“ engagiert ist. Dort wird Inklusion in der Fußballfamilie groß geschrieben. Der Workshop für Fanbetreuer kam bei den Teilnehmern so gut an, dass bald die nächsten Seminare geplant sind.




























