Frauenhäuser sind aus gutem Grund eine Lebenswelt abseits der Öffentlichkeit. Um dennoch einen Einblick in den Alltag zu geben, lädt das Frauenhaus Dorsten nun zu einer Fotoausstellung in die Vereinte Volksbank am Südwall ein.
Seit 40 Jahren steht das Frauenhaus Dorsten Frauen und Kindern zur Seite, die Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt, Misshandlung und Psychoterror geworden sind. Noch etwas länger ist die Fotografin Brigitte Kraemer in dieser abgeschotteten Welt unterwegs, die ihren Klientinnen abseits der Öffentlichkeit Schutz und Unterstützung bietet. Seit 1981 hat Kraemer immer wieder in Frauenhäusern fotografiert und dabei auch viele Schicksale kennen gelernt.

„Keines der Fotos zeigt unsere Einrichtung“, erklärt das Team des Vereins Frauen helfen Frauen. „Dennoch kann man hier sehr gut den Alltag erkennen, wie er auch im Frauenhaus Dorsten gelebt wird.“ Die Helferinnen sind sehr glücklich, dass sie zum 40. Geburtstag die Möglichkeit bekommen haben, diese Ausstellung zu zeigen. Als Ausstellungsort stellte sich die Vereinte Volksbank am Südwall gerne zur Verfügung. Seit vielen Jahren unterstützt die Bank die ehrenamtliche Arbeit des Frauenhaus Dorsten, das immer noch auf Spenden angewiesen ist.

Auf 40 Fotos kann man Frauen und Kinder in vielen verschiedenen Lebenssituationen sehen. Es gibt bewegende und traurige Aufnahmen, etwa wenn eine Mutter ihr völlig verängstigtes Kind zu beruhigen versucht. Auf vielen Bildern wirken die Frauen erschöpft, niedergeschlagen oder ausgebrannt. Dann wieder gibt es andere Momente, die Hoffnung und sogar Lebensfreude zeigen. Hier erkennt man Spiele mit den Kindern, feierliche Momente oder den Ausdruck wiedergewonnener innerer Stärke. Einige Frauen werden zudem mit ihren Geschichten im Porträt vorgestellt. Manche Schicksale sind schon beim Lesen fast unerträglich. Umso mehr beweist es, wie wichtig die Arbeit der Frauenhäuser ist.
Die Ausstellung „Auf der Schwelle. Leben im Frauenhaus“ von Brigitte Krämer ist vom 1. März bis zum 9. März 2023 in der Vereinten Volksbank am Südwall zu sehen.




























