Schmunzelnd ins Wochenende mit Anke Klapsing-Reich
Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Gut geblubbert!
Beim Älterwerden verliert so manches an Geschmeidigkeit: das Haar, die Haut, die Gelenke… Selbst die Stimme erinnert an manchen Tagen eher an ein Reibeisen als an ein helles Glockenspiel. Als ich wieder einmal beim morgendlichen Duschgesang meine motivierende Happy-New-Morning-Hymne krächzend abbrechen muss, ziehe ich die Konsequenzen und konsultiere einen Stimmtherapeuten.
Der macht mit mir Ma-Me-Mi-Mo-Mu-Übungen, bis die Lippen kitzeln und summen. Er erklärt, wie der Sprechapparat funktioniert, welche erstaunlichen Muskelpartien da ein Wörtchen mitzureden haben und übt mit mir das Atmen und Entspannen. In der vierten Sitzung dann kündigt er mit spitzbübischem Blick und verheißungsvoller Stimme an: „Und jetzt gibt es Wellness für die Stimme!“
Ich gebe gerne zu, dass ich ziemlich ahnungslos auf dem Schlauch stehe, als er eine 35 cm lange biegsame Silikon-Röhre aus zwei Lagen Haushaltsrollen-Papier wickelt und triumphierend ausruft: „Voila, darf ich Ihnen den Lax-Vox-Schlauch vorstellen?“
Wirkungskette wird ausgelöst
Wie ich weiter erfahre, wird dieser simple Schlauch seit mehr als 25 Jahren als Übung zur Pflege, Heilung und Schulung der Stimme eingesetzt. „Man führt ihn bis zu einem bestimmten Markierungsstrich in eine mit Wasser gefüllte Flasche ein und bläst in unangestrengter Stimmlage ein ,uuuuu‘ hinein“, erklärt der Fachmann, während er zielstrebig die richtige Handhabung des Wunderschlauchs demonstriert. Dadurch werde eine Wirkungskette ausgelöst, die definitiv den gesamten Stimmapparat lockere.
Also los! Locker die Lippen um das obere Schlauchende geschlossen und losgeblubbert. Gleittöne auf und ab, ab und auf. Schnelle Wechsel von Linien und Kurven. „Und jetzt ,Happy Birthday to you‘“, legt „der Dirigent“ die Latte etwas höher. Denn sitzen die ersten einsilbigen Übungen, werden schon kleine Melodien geblubbert, die das Wasser zu wahren Bubble-Tsunamis aufwirbeln. Eifrig blubbern wir in die Flaschen, bis unsere Wangen flink wie Kolibri-Flügel vibrieren.
Am Ende der Lax-Vox-Sitzung bin ich ganz schön geschlaucht. Und wenn mich jemand fragen sollte: „Was habt ihr eigentlich gemacht?“, dann kann ich mit Fug und Recht behaupten: „Wir haben die ganze Zeit geblubbert!




























