Schmunzelnd ins Wochenende mit Anke Klapsing-Reich
Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Fährtenlegern auf der Spur
Seit mein Sohn als Jägersmann durch Wald und Flur pirscht, lerne ich hochinteressante Dinge, die in meinem „waidmannfreien“ Leben bislang noch nicht vorgekommen sind.
Neulich schon wieder. Alles begann mit einem harmlosen Telefongespräch zwischen Mutter und Sohn. Ich saß am Frühstückstisch und fragte fröhlich ins Smartphone: „Was hast Du denn heute so vor?“ Antwort: „Ich fahr gleich zu einem Freund und besorge mir tiefgefrorene Wildschwein- und Rehfüße!“ – „Aha“, fasste ich mich, während ich gleichzeitig versuchte, den revoltierenden Putenwurst-Brotbissen wieder in die Speiseröhre hinunterzuschlucken, „und was machst du dann damit – braten, frittieren oder backen?“ – „Mutter“, tadelte mein Sohn meine Ignoranz, „die taue ich auf und dann klemme ich sie in meine Fährtenschuhe.“
So weit, so gut, aber, was um Gottes willen ist ein Fährtenschuh? Nun, ich hab‘s recherchiert und will Sie nicht länger auf die Folter spannen: Beim Fährtenschuh handelt es sich um eine modisch fragwürdige Konstruktion, die man – mit Beuteteilen bestückt – um das normale Schuhwerk schnallt. Danach stapft man durchs Unterholz und legt eine Fährte, die anschließend der vierbeinige Jagdhund-Azubi mit seiner feinen Nase erschnüffeln muss. Ob Reh, Wildsau oder Hirsch – dank des Fährtenschuhs kann der Hund sämtliche Pirschzeichen finden, die er zur Ausbildung benötigt.
Tja, schon wieder was gelernt. Aber da nach der bekannten Redewendung jeder Schuster bei seinem Leisten bleiben soll, werde ich weiterhin ohne Fährtenschuh durch den Wald spazieren und folgenden Warnhinweis an meine Gefrierschubladen kleben: „Die Einlagerung von Tierfüßen jedweder Art ist strengstens verboten!!!“




























