Die Leerung der etwa 2000 Papierkörbe in Dorsten wird auf eine intelligente Tourenplanung umgestellt. Bürger haben die Möglichkeit, Meldungen über ihr Smartphone direkt in das System zu senden.
Ein bekanntes Phänomen in den sozialen Medien ist ein Bild von einem Papierkorb, aus dem ein Pizzakarton herausragt. Passanten haben akribisch Hundekotbeutel darauf gestapelt, da kein Platz mehr vorhanden war. Der empörte Kommentar darunter lautet oft: „Und das ist schon seit gestern so!!!!“
In den letzten Wochen hat sich dieses Phänomen vermehrt gezeigt, da wir alle bei schönem Wetter mehr Zeit im Freien verbringen, spazieren gehen und längere Gassirunden machen. Auch die Tatsache, dass immer mehr Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere beseitigen, trägt zur Füllung der Papierkörbe bei. Wer Hundekot nicht liegen lässt, wirft auch seine Zigarettenpackung oder Pommes-Schale ordnungsgemäß in den Müll.
In diesem Sinne ist ein voller Papierkorb ein gut genutzter Papierkorb. Natürlich unterliegen die rund 2000 öffentlichen Papierkörbe in Dorsten als Massengeschäft einer bestimmten Leerungsroutine. Um die Entleerung der Papierkörbe flexibler und bedarfsgerechter zu gestalten, wird der Entsorgungsbetrieb nun auf eine intelligente Tourenplanung umstellen.

Intelligente Entsorgung dank codierter Papierkörbe
Dafür erhalten alle Papierkörbe einen QR-Code und einen NFC-Tag, quasi einen Personalausweis für jeden Papierkorb. Die Aufkleber und NFC-Tags werden nach und nach in den nächsten Wochen angebracht. Bei der Leerung werden zukünftig die Füllstände erfasst, um zu zeigen, wie gut bestimmte Standorte genutzt werden. Diese Informationen werden automatisch in die Tourenplanung einbezogen. Dadurch entsteht ein lernendes System, das für jeden Papierkorb einen individuellen Leerungsrhythmus entwickelt.
Bisher blieb es oft unbemerkt, wenn ein gerade geleerter Papierkorb noch am selben Tag erneut vollgestopft wurde. Dies wurde entweder erst bemerkt, wenn das Entsorgungsbetrieb-Team turnusmäßig vor Ort war oder eine Meldung aus der Bürgerschaft einging. Dabei gab es häufig das Problem, dass der genaue Standort des Papierkorbs bei den Meldungen nicht eindeutig festgestellt werden konnte.

Der volle Papierkorb „sagt Bescheid“
In Zukunft soll die Meldung, ob ein Behälter voll ist, beschädigt wurde, der Kotbeutelspender leer ist oder ein anderer Mangel vorliegt, einfach durch Scannen des QR-Codes oder NFC-Tags am Papierkorb, gegebenenfalls mit einem Foto, direkt an den Entsorgungsbetrieb übermittelt werden.
Ronny Langenbusch vom EBD-Team erklärt: „Es war uns wichtig, dass wir dieses neue System für die Bürgerinnen und Bürger so einfach wie möglich machen.“ Der Entsorgungsbetrieb hat dieses neue System bei der jungen Firma Zolitron aus Bochum gefunden. Geschäftsführer Arndt Zinn erklärt: „Unser neues KI-optimiertes Tourenplanungssystem stellt einen Meilenstein in der Optimierung der Abfallentsorgung dar. Mit den QR-Codes und NFC-Tags an jedem Papierkorb ermöglichen wir eine effiziente Überwachung der Füllstände und eine bedarfsgerechte Leerung.“
Bürger sollen einbezogen werden
Durch die aktive Einbeziehung der Bürger wollen die Betreiber „eine gemeinsame Verantwortung für die Sauberkeit in der Stadt“ schaffen. Mit dem lernenden System soll am Ende für jeden Papierkorb ein individueller Leerungsrhythmus entstehen.
Marlon Dantzer von Zolitron ist von dem Nutzen der Maßnahme überzeugt. „Durch das lernende System der Firma Zolitron und die bedarfsgerechte Leerung, wird durch die Verringerung überfüllter Behälter auch aktiv die Stadtsauberkeit verbessert.“
Andreas Jung, Betriebsleiter des Entsorgungsbetriebes, möchte durch viele unterschiedliche Maßnahmen beitragen, dass „Dorsten insgesamt sauberer wird und die Menschen ein neues Verständnis dafür entwickeln, wie sie mit ihrer Stadt umgehen möchten“




























