Schmunzelnd ins Wochenende mit Anke Klapsing-Reich
Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Jugendwort des Jahres – voll gecheckt?
Als Ü-60-erin darf ich leider nicht mehr an der Abstimmung für das Jugendwort des Jahres 2023 teilnehmen, obwohl ich ja schon einen klaren Favoriten hätte: „goofy“ (tolpatschig) gefällt mir persönlich am besten auf der aktuellen Bestenliste der 10 zur Wahl stehenden Wörter. Noch bis zum 13. September sind 10- bis 20-Jährige aufgerufen, ihr Voting abzugeben. Der Sieger wird am 22. Oktober 2023 bekanntgegeben, und zwar erstmals im Rahmen der Frankfurter Buchmesse.
Ich erinnere mich noch gut an 2008, als das Jugendwort des Jahres zum ersten Mal von einer Jury unter Leitung des Langenscheidts-Verlages ausgewählt wurde: „Gammelfleischparty“ hieß der Sieger, was die jugendsprachliche Bezeichnung für eine Feier ist, an der Menschen teilnehmen, die 30 Jahre und älter sind.
Dudelrechteck und ‘nen Mucketoaster
Mein damals pubertierender Sohn verschlang mit großem Vergnügen das frisch erschienene Wörterbuch der Jugendsprache: „Eh Mama, zu Weihnachten wünsche ich mir ein Dudelrechteck und ‘nen Mucketoaster“, weidete er sich glucksend an meinem irritierten Gesichtsausdruck. „Und für die Büffelbude könnte ich noch eine Gehirnprothese und ‘nen Heftknutscher gebrauchen, das wär‘ voll geflasht!“
He? Ich verstand nur Bahnhof. Später nahm ich dann selbst das kultige Heft zur Hand und übersetzte: Aha, er wünscht sich einen iPod und einen CD-Brenner. Und für die Schule braucht er noch einen Taschenrechner und ein Radiergummi.
Das schrie natürlich nach mütterlicher Revanche: „Hör mal“, rief ich Richtung Kinderzimmer, „störe mich gleich nicht in meiner Fressnarkose (Mittagsschlaf), und bevor du heute Nachmittag abschimmelst (Langeweile hast), kannste mir ’ne Rennter-Bravo (Apothekenumschau) aus der Stadt mitbringen, gecheckt?“
Ich glaube, das fand er ziemlich cringe, oh pardon – ich mein natürlich: peinlich.




























