Die Orgel von St. Agatha hat seit Jahrzehnten keinen Ton mehr von sich gegeben. Bald soll sie aber im neuen Glanz erstrahlen. Zum Lichterfest am Sonntag, den 5. November, wird die Aktion „Pfeifenpatenschaften“ ins Leben gerufen.
Die „alte Orgel“ in St. Agatha ist vielen Besuchern bekannt, da sie links hoch neben dem Altar gut sichtbar ist. Leider hat sie seit etwa 20 Jahren keinen Klang mehr von sich gegeben.
Diese historische Orgel wurde 1946 in der Orgelbauwerkstatt von Franz Breil erbaut und in der „Notkirche“ der St. Agatha-Gemeinde aufgestellt. Später wurde sie in die Stadtpfarrkirche St. Agatha verlegt. Im Laufe der Zeit und durch den Übergang in die Vergessenheit wurde die Orgel zunehmend funktionsunfähig und verfiel, nachdem 1982 eine neue Orgel in der Agatha-Kirche aufgestellt wurde.
Älteste Orgel in Dorsten
Die Stiftung Kirchenmusik, die Gemeinde St. Agatha, die Denkmalbehörde und viele Musikliebhaber haben sich das Ziel gesetzt, den Verfall zu stoppen. Sie wollen eine umfassende Restaurierung der Orgel durchführen. Die „alte Orgel“ ist nicht nur das älteste erhaltene Orgelstück in Dorsten, sondern auch ein geschütztes Kulturerbe und ein wertvolles Zeugnis für die Stadt und die Region. Sie ist ein seltenes Beispiel für den Orgelbau der unmittelbaren Nachkriegszeit und ein Zeuge der reichen Orgelbautradition in Dorsten, die von der Firma Breil 180 Jahre lang gepflegt wurde.
Orgel von St. Agatha stand zunächst in der Notkirche
Das Instrument wurde direkt nach Kriegsende von Franz Breil mit den wenigen Materialien, die noch zur Verfügung standen, erbaut. Da die Agathakirche durch die Bombardierung im März 1945 vollkommen zerstört war, wurde eine Notkirche mit Hilfe vieler Dorstener Bürger innerhalb kürzester Zeit auf dem hinteren Gelände des zerstörten Kolpinghauses errichtet. Mit den Klängen eben dieser Orgel am 22.3.1946, genau ein Jahr nach den Bomben, setzte die Kirche ein Zeichen der Hoffnung und des Wiederaufbaus.

Das Erhalten der Geschichte und ihrer Zeugen ist ein wichtiger Schritt, um unsere Demokratie zu schützen. Kirchenmusik ist nicht nur ein Ausdruck des christlichen Glaubens, sondern auch die Wurzel für die kulturelle Vielfalt in Europa. Fördermittel aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes sind bereits beantragt und bewilligt, aber die Restaurierung der Orgel erfordert zusätzliche Unterstützung.
Pfeifenpatenschaften starten beim Lichterfest 2023
Einzelne Spender und Organisationen wie der Verkehrsverein Dorsten und die Herrlichkeit e.V. haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Beim Lichterfest am Sonntag wird das große Unterstützerprogramm der „Pfeifenpatenschaften“ eingeführt. Die Orgel hat insgesamt 1184 Pfeifen in ihren sechzehn Registern. Jeder kann Pate einer Pfeife werden, indem er Spenden in Höhe von 25, 50 oder 100 Euro leistet. Jeder Pate erhält zudem eine Urkunde und kann auf Wunsch später auf einer Tafel an der Orgel erwähnt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, Patenschaften für ganze Register zu übernehmen.
Weitere Informationen und Kontakt
Weitere Informationen und Auskünfte gibt es unter [email protected]. Während des Lichterfestes wird Kantor Dr. Hans-Jakob Gerlings um 13.15 Uhr und um 16.15 Uhr auf der großen Breil-Orgel musikalische Intermezzi spielen und im Anschluss eine Führung zur alten Orgel anbieten. Informationsflyer sind im Kirchraum erhältlich, und ehrenamtliche Mitarbeiter der Stiftung Kirchenmusik stehen für Gespräche zur Verfügung. Informationen sind auch im Café im Alten Rathaus des Verkehrsvereins erhältlich.
Wenn Sie nicht am Lichterfest teilnehmen können, aber spenden möchten, wurde ein eigenes Konto eingerichtet: Sparkasse Vest Recklinghausen, IBAN DE45 4265 0150 1001 2703 94 – Verwendungszweck: Anzahl und Preiskategorie der Pfeifen sowie vollständige Adresse (für die Beurkundung und Spendenquittung).




























