StartKolumneErkundungsgänge (5): Der Nachthimmel über dem Hammbach

Erkundungsgänge (5): Der Nachthimmel über dem Hammbach

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Die Dorstener Schriftstellerin Dörthe Huth schreibt Bücher rund um die Lebensfreude, Geschichten, Gedichte und mehr. Sie ist eine exzellente Beobachterin und Erzählerin. Für Dorsten-Online macht sie sich auf Erkundungsgänge durch unsere Heimat.

Es ist spät geworden, daher komme ich auf dem Weg nach Hause eher unfreiwillig in den Genuss einer Nachtwanderung. Den Hammbach entlang fährt der nasskalte Herbstwind durch die Zweige der Bäume und zerrt an meinem Mantel. Die Schatten der Sträucher tanzen um mich herum und im Dunkeln sieht Altbekanntes ungewohnt anders aus. Das fahle Mondlicht wird immer wieder durch die vorüberziehenden Wolken verdunkelt und die Grenzen zwischen Himmel und Erde verschmelzen miteinander. Ich setze einen Fuß vor den anderen und versuche dabei, freie Sicht auf den Nachthimmel zu erhaschen.

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Bewölkter Nachthimmel, wie man ihn auch am Hammbach sehen kann. Foto: pixabay

Sternbilder erkennen

Die Vorstellung, dass Millionen von Sternen am Himmel über mir existieren, hat mich schon als Kind fasziniert. Nun ist es aber schon lange her, dass ich mich mit ihnen beschäftigt habe. Ich versuche mich an die Sternbilder zu erinnern und am Himmel etwas Ordnung zu schaffen. Nach einem längeren Suchdurchlauf finde ich den Planeten Jupiter mit seinem hellen Schein und etwas später den Sterngürtel des Orion.

Bevor die Wolken den Himmel erneut verdecken, glaube ich den Großen Bären gefunden zu haben. Immerhin. Wenn man die hintere Kante des Großen Wagens in einer geraden Linie verlängert, ist dort der Nordpolarstern zu finden. Das weiß ich noch, aber heute zeigt er sich mir leider nicht. Sternbilder zu erkennen, braucht Übung, einen wolkenfreien Himmel und etwas Geduld. Nichts davon steht mir heute zur Verfügung.

Wie ein Echo in den unendlichen Weiten der Galaxien

Die Sterne über Dorsten erinnern mich daran, was für ein winziger Teil eines sich ständig neuformierenden Kosmos die Menschheit eigentlich ist. Unsere Existenz scheint darin fast bedeutungslos, wie ein Echo in den unendlichen Weiten der Galaxien.

Dennoch hat jeder von uns eine Bedeutung, sei es durch die Beziehung zu einem anderen Menschen oder durch den Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Eine einzelne Stimme kann entscheidend sein, um etwas zu bewegen, Gerechtigkeit einzufordern, für Frieden einzustehen oder sich für Umweltschutz einzusetzen. Unsere Echos verklingen nicht einfach, sie wirken lange nach.

Zu Hause angekommen, leuchtet mir der Mond fast bis ins Schlüsselloch der Haustür und ich fühle mich darin bestärkt, weiterhin meinen positiven Beitrag zu leisten, so gut ich es eben kann.

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