Am Samstag, dem 27. Januar, gedachte ganz Dorsten am internationalen Holocaust-Gedenktag den Opfern der NS-Zeit.
Besonders im Fokus lagen die Geschichten der Opfer und Familien in Dorsten. Der „Weg der Erinnerung“ umfasste vier Stationen in der Dorstener Innenstadt, die sich mit verschiedenen Aspekten der NS-Zeit befassten. Schüler und Lehrer des Gymnasiums Petrinum bereiteten diverse Projekte vor, um diese Geschichten näherzubringen.

Start am Jüdischen Museum
Die erste Station auf dem Weg der Erinnerung war das Jüdische Museum. Zuerst hielt Sven Müller, Lehrer am Gymnasium Petrinum, eine Rede, in der er thematisierte, warum es wichtig ist, sich an die Opfer der NS-Zeit zu erinnern: „Die NS-Taten sind so schlimm, dass man sich fragt, warum niemand etwas dagegen unternommen hat. Wir müssen gegen dieses Gedankengut ankämpfen und alles dafür tun, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Wir müssen uns erinnern, informieren und handeln.“ Anschließend berichteten Schüler des Gymnasiums Petrinum aus dem Leben von damaligen jüdischen Familien in Dorsten. Sie erzählten von deren Flucht, Leid und Deportation in Konzentrationslager. Zudem fertigten sie Flugblätter an, die den Antisemitismus von damals mit dem heutigen verglichen.

Das Leben der Regimekritiker
Die nächste Station war das Franziskanerkloster, wo über das Leben der verfolgten Regimekritiker informiert wurde. Besonders die Unterdrückung von Kommunisten in Dorsten stand im Mittelpunkt. Wer sich auch nur leicht kritisch äußerte oder ein Exemplar der kommunistischen Zeitung „Westfälischer Kämpfer“ besaß, wurde als Volksverräter bezeichnet und verhaftet. Die Inhaftierten wurden im Gefängnis stark misshandelt. Als Kommunist bekam man zudem kaum Arbeit, was das Überleben erschwerte. Es gab zeitweise Pläne, einen Widerstand zu gründen, die jedoch durch Verhaftungen vereitelt wurden.

Zwangsarbeiter in Dorsten
Die dritte Station am Lippetor beschäftigte sich mit den Zwangsarbeitern in Dorsten. Russische Gefangene arbeiteten beispielsweise in der Dorstener Eisengießerei unter grausamen Bedingungen. Sie mussten lange Schichten arbeiten und erhielten kaum oder kein Essen zur Erholung. Selbst der damalige Aufseher war der Meinung, dass die russischen Gefangenen zu wenig zu essen bekamen. Wer sich gegen die Arbeit wehrte, wurde von den Aufsehern zu Tode geprügelt. Die Leichen wurden anschließend verbrannt.

Die Brüder von Montabaur
Die letzte Station war das Denkmal der Brüder von Montabaur im Bürgerpark Maria-Lindenhof. Sie kümmerten sich in ihrem Hospital bis zur NS-Zeit um Menschen mit Behinderungen. Die Gestapo wurde auf das Hospital aufmerksam und verhaftete die Gebrüder Montabaur unter dem Vorwand, sie hätten sich an Patienten sexuell vergangen. Während der NS-Zeit wurde das Hospital dazu genutzt, Menschen mit Behinderungen vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Am Ende des Wegs der Erinnerung wurden die Opfer abschließend mit einer Schweigeminute geehrt.





























