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Sonntag, März 3, 2024
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Holocaust Gedenktag in Dorsten: Präsenz von DIE PARTEI

Veröffentlicht am

Mitglieder von 'DIE FRAKTIO feat. Die Linke' waren mit einem Informationsstand präsent, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Foto: Petra Bosse

Nachdem am Freitag etwa 5.000 Menschen auf dem Marktplatz gegen Rechtsradikalismus und Rassismus demonstrierten und für Demokratie eintraten, setzten sich die Aktivitäten am Samstag in der Innenstadt zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust in Dorsten fort.

Mitglieder von ‚DIE FRAKTIO feat. Die Linke‘ waren mit einem Informationsstand präsent, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen und einen „Desinformationsstand“ als Gegenaktion zu organisieren.

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Benkhoff zeigte sich erfreut über den Widerstand gegen die „Geschmacklosigkeiten“, wie er sich ausdrückte, der AfD und lobte den Einsatz des eigenen Informationsstands. Foto: Petra Bosse

Kritik

Während am Freitag die Kundgebung großes Interesse weckte, war die Teilnehmerzahl am Samstag in der Altstadt geringer, was von Rodriquez bedauert wurde: „Einige mehr wäre sehr schön gewesen.“ Simon Rodriguez Garcia  und Ratsherr Boris Benkhoff äußerten sich überrascht und kritisch über einen Stand der AfD am Holocaust Gedenktag. „Anscheinend haben die hier stehenden Akteure nicht so genau die Geschichte im Kopf“, betonten sie.

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Ratsherr DIE PARTEI Boris Benkhoff (r.) kontra AfD am Holocaust Gedenktag in Dorsten. Foto: Petra Bosse

Benkhoff zeigte sich erfreut über den Widerstand gegen die „Geschmacklosigkeiten“, wie er sich ausdrückte, der AfD und lobte den Einsatz des eigenen Informationsstands. „Wir hatten aus Gründen den sehr guten Infostand ‚Der INFOSTAND‘ aufgebaut und konnten begeistert beobachten, wie sich ziviler Widerstand gegen unsere RatsAfDer formierte. Als euer motzigster Ratsherr würde ich mich nämlich sehr gerne mehr mit den Vertretern der herkömmlichen Parteien auseinandersetzen. Die fliegen immer so ein bisschen unter dem Radar solange meine Aufmerksamkeit auf die AfDerfraktion gerichtet ist“, sagte er. Weiterhin forderte er: „Bitte empört euch regelmäßig und lautstark über diesen faschistoiden Unsinn. Auch wenn er mal nicht blau sondern schwarz, gelb, rot oder grün angemalt daher kommt.“

Über 5.000 Teilnehmer bei Kundgebung: Kritische Reaktion der AfD

Am Stand der AfD suchten einige Bürger das Gespräch, während andere ihre Missbilligung lautstark zum Ausdruck brachten: „Haut ab, verschwindet. Pfui, wir brauchen keine Nazis“ oder „schämt euch, ihr seid das Letzte.“

Angesichts der beeindruckenden Zahl von über 5.000 Menschen, die am Freitag bei der Kundgebung auf dem Marktplatz für Demokratie und gegen Rassismus zusammenkamen, und in Anbetracht der Frage, ob diese große Resonanz Heribert Leineweber (AfD) beeindruckt hätte, äußerte er sich vielmehr kritisch. Er interpretiert die starke Beteiligung als eine logische Folge des Aufrufs, der seitens der Stadt, des Rates, der Kirchen, des Gewerbes und der Vereine erfolgt sei. Ferner kritisiert er, dass auch Schulen, entgegen der üblichen Regelungen, also regelwidrig, zur Teilnahme aufgerufen hätten.

Holger Graf, Sachkundiger Bürger AfD, Marco Bühne, Bernd Oesing und  Heribert Leineweber (Fraktionsvorsitzender) v. .i. Foto: Petra Bosse

Die AfD und Potsdamer Extremisten

Als er gefragt wurde, wie er das Zusammentreffen der AfD mit Extremisten in Potsdam bewerte, bezog Heribert Leineweber eine klare Position. „Man muss in Betracht ziehen, dass bei der AfD-Veranstaltung ebenso viele CDU-Mitglieder anwesend waren“, erklärte er. Er beschrieb das Ereignis als ‚ein Treffen unter Freunden‘, welches, wie er betonte, keineswegs verboten sei.

Diskussion um ‚ReMigration‘

Heribert Leineweber äußerte sich auch zum Begriff ‚ReMigration‘ und betonte, dass dieses Wort seiner Auffassung nach nichts anderes als Abschiebung bedeutet, „welche jedoch strikt gemäß den geltenden Gesetzen erfolgen muss. Dazu gehört beispielsweise der Döner-Mann nicht“, so Leineweber. Über die Gesprächsinhalte in Potsdam jedoch könne er keine persönlichen Aussagen treffen und wollte auch keine Stellung dazu nehmen. Holger Graf, Sachkundiger Bürger der AfD, interpretiert ‚ReMigration‘ hingegen als ‚Rückkehr zu den Wurzeln und der Heimat‘. „Man sollte den Unterschied zur Deportation kennen, die eine Zwangsentfernung aus der Heimat in die Fremde darstellt“, erklärte Graf.

Foto: Petra Bosse

Zwischenfall an der Essener Straße

Am Ende kam es zu einem Zwischenfall: Nicht mit den Vertretern der Dorstener AfD, sondern mit dem Ladenbesitzer, vor dessen Geschäft DIE PARTEI ihren Stand aufgebaut hatte. Dies geschah an der Essener Straße, trotz einer Sondererlaubnis. „Nächstes Mal haue ich euren Stand weg“, drohte der Ladenbesitzer. Benkhoff, zeigte sich davon unbeeindruckt: „Das Ordnungsamt hat uns den Standort zugewiesen, auf Wunsch zwischen dem Marktplatz und dem Stand der AfD.'“

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