In der Bibi am See gedachte der Jahrgang 13 der Gesamtschule Wulfen (GSW) den Opfern des Nationalsozialismus. Dabei präsentierte der ehemalige Geschichtslehrer und Buchautor aus Reken, Uli Hengemühle, die Leidensgeschichte von Fritz Silberschmidt aus Reken.
Dieser Blick auf die Vergangenheit verdeutlichte auch in Anbetracht der aktuellen politischen Lage, wie rasch Hass und Hetze sich verbreiten können. Uli Hengemühle stellte dar, welche Auswirkungen dies einst für den jüdischen Mitbürger Silberschmidt hatte.
Wer war Fritz Silberschmidt?
Fritz Silberschmidt, geboren als Sohn des Viehhändlers Samuel Silberschmidt und seiner Frau Rosa, erlebte seine Kindheit in Reken. Seine Familie betrieb ein Textilgeschäft. Infolge der sich zuspitzenden politischen Lage gelang es Fritz und seiner Schwester Julia, Deutschland zu verlassen. Im Jahr 1937 floh Fritz Silberschmidt über die Niederlande und setzte seine Reise nach Argentinien im Jahr 1938 fort.
Während Fritz‘ Schwester Julia mit ihrem Ehemann Richard Wolff und ihrer Tochter 1939 nach Chile emigrierte, versuchten ihre Eltern, Samuel und Rosa Silberschmidt, im Oktober 1941 auszuwandern. Samuel gelang die Emigration von Berlin über Lissabon nach Argentinien am 23. Oktober 1941. Leider konnte Rosa aufgrund der damaligen Altersbeschränkungen für Juden, die noch keine 60 Jahre alt waren, nicht ausreisen. Sie musste in Deutschland zurückbleiben und wurde später von Gemen aus in ein Vernichtungslager deportiert. Fritz Silberschmidt und sein Vater Samuel gehörten zu den wenigen Familienmitgliedern, die den Schrecken des Holocaust überlebten und in Argentinien eine neue Heimat fanden.
Angeregte Diskussion zum Holocaust
Das Schweigen vieler Menschen und das Versagen der örtlichen Behörden, die sich im voreiligen Gehorsam der nationalsozialistischen Rassenideologie beugten, reflektierten die Schüler im Gespräch mit Hengemühle eingehend. Unter extremen Umständen gelang es Silberschmidt, nach Argentinien zu flüchten, doch die Mehrheit der Verfolgten hatte dieses Glück nicht. Hengemühle lobte die Schüler für ihre kenntnisreichen Diskussionen und betonte, dass er seit vielen Jahren zum Holocaust-Gedenktag an die GSW zurückkehrt, um mit der Abiturientia zu sprechen.




























