Die Eröffnung des Bürgerbahnhofs am 23. Februar steht in drei Wochen bevor. Umzugskartons werden ins Bahnhofsgebäude transportiert, wo die Mitglieder des Gastronomieteams der Dorstener Arbeit sich und ihre Arbeitsumgebung besser kennenlernen. Leben kehrt in das Gebäude des alten Bahnhofs Dorsten ein, das nun als Bürgerbahnhof am östlichen Rand der Innenstadt entsteht.
Michael Wieners, Architekt im Zentralen Gebäudemanagement (ZGM) der Stadt Dorsten, äußert sich „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis. Der Bahnhofsumbau begann seit 2017 mit der Bestandsaufnahme und der Analyse der Bausubstanz. Er wurde von vielen Partnern zu einem sogenannten Multiprojekt gemacht, darunter die Deutsche Bahn, Verkehrsbetriebe Vestische und VRR, beteiligte Bürgerinnen und Bürger, Vereine und die „Bahnhofsfamilie“. Gesetzlich vorgeschrieben wurden auch offizielle Stellen für Denkmalschutz, Brandschutz, Arbeitsschutz und Artenschutz beteiligt. Die Regeln der Fördergeber erforderten außerdem eine EU-weite Ausschreibung aller Gewerke und Planungsleistungen.

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach würdigte bereits vor drei Jahren die Komplexität des Projekts, das die integrierte städtebauliche Entwicklung eines denkmalgeschützten Bahnhofs und seines Umfelds umfasste. Bürgermeister Tobias Stockhoff betrachtet den neuen Bürgerbahnhof als ein „gemeinschaftlich genutztes Wohnzimmer der Bürgerinnen und Bürger von Dorsten, ein Zentrum für bürgerschaftliches Engagement“.
Bahnhof mit langer Geschichte
Der Bahnhof Dorsten, vor 145 Jahren vom Kölner Architekten Gustav Päffgen entworfen, steht seit 1986 unter Denkmalschutz. 2004 erwarb die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dorsten (WINDOR) das Bahnhofsgebäude, das seit 2014 im Eigentum der Stadt Dorsten ist. Der geplante Verkauf an einen Investor kam aufgrund wirtschaftlicher und konzeptioneller Probleme nicht zustande.

Neues Leben für den alten Bahnhof
Im Rahmen des integrierten Innenstadtkonzepts „Wir machen MITte“ entwickelte das Büro für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport unter der Leitung von Joachim Thiehoff gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern das Konzept „Neues Leben für den alten Bahnhof“. Die „Bahnhofsfamilie“, ein Zusammenschluss ehrenamtlicher Vereine und Personen, spielte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des Bürgerbahnhofs.
Der Umbau wurde finanziell vom Bund, vom Land NRW (Städtebauförderung) und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Der Bahnhof sollte eines der bedeutendsten Projekte zur Aufwertung der Dorstener Innenstadt sein. Der Umbau umfasste die vollständige Umnutzung und Instandsetzung des Gebäudes, was große Herausforderungen mit sich brachte.

Der Umbauziel war neben der Sanierung der Bausubstanz die Wiederherstellung des historischen Charakters. Im Erdgeschoss wurden dafür überdimensionierte Wandöffnungen geschlossen, historische Bögen wiederhergestellt, und das Treppenhaus erhielt einen zentralen Aufgang für mehr Licht und Transparenz. Alle drei Geschosse sind nun barrierefrei mit einem Aufzug erreichbar.
Neuer Bürgerbahnhof ist ein lebendiger Treffpunkt
Der Bürgerbahnhof bietet nun zahlreiche Gruppen-, Seminar- und Arbeitsräume, die von Vereinen und Gruppen genutzt werden können. Die Gastronomie, übernommen von der Dorstener Arbeit, steht dabei im Mittelpunkt und bietet einen herrlichen Blick auf die Gleise.

Michael Wieners betont, dass der Bürgerbahnhof nach dem Umbau nun fit für die nächsten 145 Jahre ist. Die Stadt Dorsten wird am 23. Februar ein Buch vorstellen, das die Chronologie des Umbaus und die Geschichte des Bahnhofs beleuchtet. Es ist kostenlos im Bürgerbahnhof und in der Stadtagentur erhältlich. Ab dem 23. Februar kann man den Bürgerbahnhof persönlich erleben.




























