Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit.
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Wie alt sind Deine Ohren?
„Boh, dieses Fiepen geht mir echt auf den Geist. Kommt das vielleicht vom Ventil?“, flucht mein Sohn, während er wild am Thermostat der Küchenheizung dreht. Mit nachdenklich-gekräuselter Stirn schaue ich diesem eruptiven Treiben zu und formuliere vorsichtig: „Ist das Geräusch jetzt immer noch zu hören?“ Fassungslos starrt mich mein Sohn an: „Mensch, Mutter, sag bloß, Du hörst diesen ekelig-hohen Ton nicht mehr?“
In besorgter Betriebsamkeit klickt er auf seinem Smartphone eine App an, die vorgibt, das Alter von Menschenohren testen zu können. „Du musst jetzt sagen, ab wann Du keinen Ton mehr hörst“, instruiert mich der „Hörluchs“, und los geht’s. – Nach 30 Sekunden bekomme ich die erschütternde Nachricht, dass meine Ohren offensichtlich zehn Jahre älter als mein restlicher Körper sind.
Einige Wochen später sitze ich mit dickem Kopfhörer auf dem Schädel in der schalldichten Kabine meines Ohrenarztes und lasse mir hohe und tiefe Töne in die Muschel pusten. „Für ein Hörgerät reicht es noch nicht“, wertet kurz darauf der Arzt im Behandlungszimmer die Graphiken aus.
Zum Beispiel Grillenzirpen
Allerdings sei schon erkennbar, dass hohe Frequenzen offensichtlich nicht mehr bei mir Gehör fänden. Was das denn für Töne seien, möchte ich von ihm wissen. „Zum Beispiel Grillenzirpen“, antwortet der Fachmann. „Was!“, rufe ich bestürzt, „ich kann in lauen, mediterranen Sommernächten die Grillen nicht mehr zirpen hören!“ Doch der Fachmann beruhigt mich schnell: „Nun ja, das Zirpen werden Sie vielleicht noch hören können, aber nicht, was die Grillen sagen!“ Okay, damit kann ich leben.




























