Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Diesmal jedoch etwas Besinnliches!
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Ganz Ohr!
Wer im Friseursalon mit knisternden Alufolien-Streifen im eingeschmierten Haar der Vollendung vortrefflicher Strähnchen entgegengähnt, kann es optisch gesehen mit jeder Vogelscheuche in Streuobstwiesen aufnehmen. Diese uncharmante Szenerie gewinnt noch an Absurdität, wenn sich die leidensfähige Kundin die Wartezeit mit dem Studium von Schönheitstipps aus bereitliegenden Blättchen des Lesezirkels vertreibt – so wie ich es tat. Und, was soll ich sagen: Neue Welten öffneten sich für mich!
Hyaluronsäure für’s Ohrläppchen?
Wie konnte es sein, dass ich zuvor noch kein einziges Gramm Hirnschmalz auf die gewichtige Frage erschlaffender Ohrläppchen verwendet hatte? Wie fahrlässig von mir, noch nie darüber nachgedacht zu haben, dass mit zunehmendem Alter nicht nur die Elastizität der Haut im Allgemeinen, sondern auch die der Ohrläppchen im Besonderen abnimmt.
Gottlob weiß die Zeitschrift Rat: „Fragen Sie Ihren Dermatologen! Der polstert sie mit der heilbringenden Hyaluronsäure auf.“ Nach einer lokalen Betäubung werde dieses Wundermittel ins Ohrläppchen injiziert. Je nach Hautstruktur und Umfang halte dieser Polster-Effekt sogar etwa sechs bis neun Monate und koste auch nur wenige hundert Euro.
Die Liebhaberinnen schwerer Gehänge seien zudem gut beraten, ein Spezialpflaster auf die Rückseite der Läppchen zu kleben. So bekämen Ohrloch und Läppchen mehr Halt und würden weniger in die Länge gezogen.
Donnerwetter, wahrhaft erstaunlich! Nach drei Stunden Behandlung verließ ich den Salon mit neuen Strähnchen auf dem Kopf und der fragwürdigen Erkenntnis, dass man für eine tadellose Pflege von Kopf bis Fuß buchstäblich jede Menge um die Ohren hat.




























