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#91 Glosse von Anke

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Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Diesmal jedoch etwas Besinnliches!

Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.

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Ein Unglück kommt selten allein

Kennen Sie auch diese Tage, an denen alles schiefläuft? So ein rabenschwarzer Tag stolperte mir am vergangenen Samstag vor die Füße.

Es begann mit der Idee, endlich die verwelkten Balkon-Blumen zu entsorgen und die Kästen sommerlich neu bepflanzen zu lassen. Schließlich musste ich ja noch meinen Geburtstags-Gutschein fürs Gartencenter einlösen. Ich schleppte also die vier Pflanzgefäße vom Balkon zur „Bio-Tonne“ runter, entleerte und säuberte das Quartett, um es später in den Kofferraum meines Wagens laden zu können. Mein Routenplan sah vor, vorher noch schnell bei der Bank etwas Bargeld abzuholen. Sicher ist sicher.

Autoschlüssel weg

Ich eilte also frohgemut in die Tiefgarage, brauste mit meinem Auto in die Innenstadt, wo ich es fußnah zur Bankfiliale parkte, um dort am Schalter ein paar Scheinchen zu ziehen. Mein Erstaunen war groß, als ich bei der Rückkehr zur Parkbucht mein unverschlossenes Auto, aber nirgendwo einen Autoschlüssel vorfand – weder im Schloss, noch im Innenraum, noch in umgestülpten Jacken-, Hosen- oder Einkaufstaschen. Auch das „Weg-Abgehen-Rückwärts“ brachte keinen Fund.

Rechtmäßige Besitzerin

Als ich mich zunehmend verzweifelt im Bank-Foyer suchend umsah, fragte ein älterer Herr, ob ich nach einem Schlüssel fahnde: Gerade habe nämlich ein junger Mann einen Autoschlüssel gefunden und der sei nun mit seinem Rad schnurstracks zur nahegelegenen Polizeiwache gefahren. Mit einem flüchtigen „Dankeschön“ stürzte ich hinaus und galoppierte so schnell mich meine untrainierten Beine trugen zur Polizeiwache. Der beschriebene Pedalritter trat gerade aus der Tür der Wache hinaus, als ich rief: „Sind Sie der Mann mit meinem Schlüssel?“ Er begleitete mich dann noch einmal hinein und so konnten wir die Polizistin schnell überzeugen, dass ich die rechtmäßige Besitzerin dieses Fundstücks war.

Verwirrung erreichte ihren Höhepunkt

Na, das war ja noch mal gut gegangen. Erleichtert aufseufzend fuhr ich nun zum Gartencenter und zerrte einen Einkaufswagen vom „Karren-Sammelplatz“ zum Auto, um die Pflanzgefäße auszuladen. Die Verwirrung erreichte ihren Höhepunkt, als ich keinen Balkonkasten im Kofferraum fand. Mist – ich hatte sie doch tatsächlich gar nicht eingeladen und vor der Haustür stehen lassen.

Da warteten alle vier auch sehr geduldig auf ihr vergessliches „Frauchen“, das sie nach der unvermeidbaren „Tour Retour“ endlich ins Auto laden konnte und erneut zum Gartencenter aufbrach.

Verladen ein Deckenzipfel

Wenn ich Ihnen jetzt noch erzähle, dass mir beim Verladen ein Deckenzipfel in die Verschluss-Technik der Heckklappe gerutscht ist, so dass sich die Klappe weder richtig öffnen, noch schließen ließ, werden Sie meine explodierende Wut verstehen können.

Ich dachte kurz daran, zurück zur Polizeiwache zu fahren und darum zu betteln: „Können Sie mich bitte einsperren? Nur für diesen Tag, damit mir und möglicherweise auch meinen Mitmenschen heute kein größeres Unglück mehr passieren kann!“ Nun, ich entschied mich dann doch dafür, die Decke mit brachialer Gewalt aus dem Würgegriff der Heckklappe zu befreien. Hat geklappt!

Abends saß ich dann bei einem Gläschen Sekt auf meinem blumengeschmückten Balkon und zeigte dem schwarzen Raben einen Vogel.

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