Am 23. Mai, dem Tag, an dem das Grundgesetz seinen 75. Geburtstag feierte, fand ein beeindruckender Vortrag zur Deportation der Juden aus dem Münsterland und aus Dorsten nach Riga statt. Der ehemalige Münsteraner Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei schilderte das Grauen des Holocaust im Jüdischen Museum. Anhand der Schicksale einiger Menschen, die diese grausamen Ereignisse erlebten.
Zu Beginn sang Barbara Seppi ein tiefgehendes jiddisches Lied, das die Anwesenden emotional auf den Vortrag einstimmte. Die Veranstaltung wurde von Dr. Norbert Reichling eingeleitet. Danach begrüßte Bürgermeister Tobias Stockhoff das Publikum und betonte die Bedeutung des Gedenkens an diese schrecklichen Ereignisse.

Von Münster nach Riga
Winfried Nachtwei, ehemaliger Bundestagsabgeordneter aus Münster, ist ein engagierter Redner im Rahmen des Riga-Komitees. In seinem Vortrag schilderte er eindeutig die Deportation der Juden aus dem Münsterland nach Riga und betont die Bedeutung der Erinnerung an den Holocaust. Durch seine persönlichen Schilderungen und umfangreiche historische Recherchen macht er das Leid der Opfer an diesem Abend greifbar.

Nachtwei setzt sich dafür ein, dass die Gedenkstätten in Riga Orte der Erinnerung und der Versöhnung sind, und trägt so zur Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit bei. Seine Arbeit im Riga-Komitee fördert das lebendige Gedenken und den interkulturellen Dialog.

Dorsten im Teil des Komitees
Seit Februar dieses Jahres ist Dorsten Mitglied des Riga-Komitees. Das Riga-Komitee erinnert an das Schicksal von über 25.000 Jüdinnen und Juden, die in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga in Lettland deportiert wurden. Die überwiegende Mehrheit von ihnen wurde im Wald von Bikernieki ermordet. In Zusammenarbeit mit dem Riga-Komitee, seiner lettischen Partnerorganisation und der Stadtverwaltung Riga errichtete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine würdige Gräber- und Gedenkstätte im Wald von Bikernieki.

Die Pflege der Anlage und die Begegnung von lettischen und deutschen Jugendlichen vor Ort schafft dabei ein lebendiges Band der Erinnerung. Eine Versöhnung zwischen Riga und den deutschen Städten, von denen damals die Sammeltransporte ausgingen. Bürgermeister Stockhoff betonte die Bedeutung dieser Mitgliedschaft. Aber auch die damit verbundenen Verantwortung, das Gedenken an die Opfer des Holocaust wachzuhalten und zukünftige Generationen über diese dunkle Vergangenheit aufzuklären.

Der Vortrag von Winfried Nachtwei und dazu die musikalische Darbietung von Barbara Seppi hinterließen einen tiefen Eindruck. Der Abend unerstrich bei den Zuhörern die Wichtigkeit des fortdauernden Gedenkens an die Verbrechen des Nationalsozialismus . Zeigt aber auch die Notwendigkeit der Versöhnung und Erinnerung.




























