Die Stadt Dorsten ist in dieser Woche offiziell dem Riga-Komitee beigetreten. Bei der kleinen Feierstunde im Jüdischen Museum spricht auch Regierungspräsident Andreas Bothe.
Den Beitritt der Stadt Dorsten zum Deutschen Riga-Komitee hat der Rat bereits im Sommer 2021 einstimmig beschlossen. Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich die offizielle Aufnahme Dorstens in das in Europa einzigartige erinnerungskulturelle Städtebündnis zeitlich etwas verzögert. Seit dieser Woche ist die Stadt Dorsten nun offiziell Mitglied. Bei einem kleinen Festakt im Jüdischen Museum Westfalen überreichte Regierungspräsident Andreas Bothe als Bezirksvorsitzender des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff die Beitrittsurkunde. Dorsten ist die 78. Stadt, die dem Bündnis beigetreten ist.

Erinnerung an die Opfer
Das Riga-Komitee erinnert an das Schicksal von über 25.000 Jüdinnen und Juden. Sie wurden in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga in Lettland deportiert und dort in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet. In Zusammenarbeit mit dem Riga-Komitee, seiner lettischen Partnerorganisation und der Stadtverwaltung Riga errichtete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Opfern die würdige Gräber- und Gedenkstätte im Wald von Bikernieki. Mit der Pflege der Anlage und der Begegnung durch lettische und deutsche Jugendliche vor Ort wird ein lebendiges Band der Erinnerung und der Begegnung zwischen Riga und den deutschen Städten geknüpft, von denen damals die Sammeltransporte ausgingen.

Im Jüdischen Museum begrüßte zunächst Dr. Kathrin Pieren die knapp 30 Gäste. Darunter befanden sich auch Vertreter weiterer Städte aus dem Kreis Recklinghausen. Die Leiterin des Jüdischen Museums betonte, dass es sie sehr freut, dass die feierliche Übergabe der Urkunde an dem Ort stattfindet, an dem Menschen für jüdische Kultur und Menschenrechte, Vielfalt und gesellschaftliche Beteiligung der Menschen jeder Religion und Herkunft eintreten.
Dr. Kathrin Pieren nannte die Namen der 20 Dorstener jüdischen Glaubens, die vor über 80 Jahren nach Riga deportiert wurden. Von ihnen überlebten nur zwei. Die Museumsleiterin sagte zu, die Stadt Dorsten bei all ihren Aktivitäten im Rahmen des Riga-Komitee-Beitritts nach Kräften zu unterstützen.
Das Riga-Komitee gibt es seit 2000
Das Riga-Komitee wurde im Mai 2000 von 13 Städten und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gegründet. Es will an die Deportation und Verschleppung ihrer jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn über Riga in die Vernichtungslager nach Osteuropa erinnern. Heute gehören dem Riga-Komitee fast 80 Städte an. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Internetseite.
Wer das Engagement der Stadt Dorsten im Städtebündnis Riga-Komitee durch eine Geldspende unterstützen möchte, kann eine Betrag auf das Konto der Stadt Dorsten bei der Sparkasse Vest, IBAN: DE 46 4265 0150 0010 0007 01 unter dem Verwendungszweck „Riga-Komitee“ überweisen.





























