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#96 Glosse von Anke – Willste was erleben, fahre mit der Deutschen Bundesbahn

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Anke trifft den Nagel auf den Kopf: Angesichts der aktuellen Verspätungen der Deutschen Bundesbahn haben wir Ankes Glosse einfach mal umbenannt in: „Willste was erleben, fahre mit der Deutschen Bundesbahn.“

Eine Glosse, die sicherlich viele Menschen betrifft, die in letzter Zeit mit der Deutschen Bahn gefahren sind und auch nicht immer amüsiert über die Verspätungen waren.

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Der Wahn der Bahn

„Wer zügig fahren will, fährt mit dem Zug.“ Für diesen Werbeslogan der Deutschen Bahn sei längst der Zug abgefahren, kritisieren nicht nur gestresste Viel-Bahn-Fahrer immer lautstärker, sondern seit vergangenem Wochenende auch ich selber.

Okay, vielleicht war es keine gute Idee, an einem EM-Samstag trotz der im Müngersdorfer Stadion angesagten Fußball-Vorrunden-Begegnung Belgien – Rumänien den Schienenweg nach Köln zu wählen; aber wir wollten auf Sammys Dachterrassenparty in Köln-Weiden doch gerne das ein oder andere Gläschen Weißwein schlürfen, und da verbietet sich selbstredend die persönliche Anreise per PKW.

Fahnenmeer der Fußball-Fans

Also: Ab Düsseldorf Hbf tollkühn in vollgepropfte Bahnabteile unter schwitzende Fan-Achseln gequetscht; von Köln-Deutz dann stationsweise fortbewegt, immer wieder die Linie wechselnd; Hauptsache, sie rollt in die richtige Richtung. Am Stadion dann im Fahnenmeer der Fußball-Fans versunken, Luft holend wieder aufgetaucht und weiter vorwärts.

Dreieinhalb Stunden nach Aufbruch

Als uns dreieinhalb Stunden nach unserem Aufbruch aus Düsseldorf der Aufzug in den 12. Stock zur Dachterrasse liftet, freuen wir uns, dass das Buffet noch erfreulich gut bestückt ist. Nette Party, nette Leute, gute Stimmung – doch um 23 Uhr müssen wir schon wieder an den Aufbruch denken. Schließlich wollen wir noch vor dem Morgengrauen unsere Schlafstätte in Düsseldorf erreichen.

Anschluss in Köln-Deutz verpasst

Ein Plan, der angesichts enttäuschter Rumänien-Fans und jubelnder Belgier, die nach dem Spielabpfiff die Bahn kapern, gefährlich ins Wanken gerät: Anschluss in Köln-Deutz verpasst, Verzögerungen und Ausfälle wegen unbefugter Personen im Gleisbett und plötzlich auftretendem Personalmangel – so die „entschuldigenden Erklärungen“ der knarzenden Lautsprecher-Durchsagen.

Insgesamt 10 Stunden unterwegs gewesen

Kurzfristig über einen Check-In im Hotel am Bahnhof nachgedacht, aber dann wieder verworfen und auf den nächsten einrollenden Zug gen Norden gehofft und aufgesprungen. Geschafft! Um 2.40 Uhr kommt unser Ziel in Sicht. Die letzte Fuß-Etappe vom Bahnsteig zum Haus nutzen wir für ein Resümee des Tages: Insgesamt 10 Stunden unterwegs gewesen. Abzüglich 3 Stunden Dachterrassen-Party bleiben 7 Stunden für die Hin- und Rückreise, die uns jetzt nicht wirklich aus der Bahn geworfen haben, denn zugegeben: Die Bekanntschaften mit dem netten Chinesen, dem Schotten und den anderen Leuten, die man nachts so auf deutschen Bahnsteigen trifft, waren teilweise recht vergnüglich.

Abenteuerliche Reise

Am Montagmorgen brannte ich darauf, den Kolleginnen und Kollegen von meiner abenteuerlichen Reise zu erzählen. Doch ich kam zu spät: Im Sekretariat saß schon meine Chefin, die mit ihren mitleiderregenden Wochenend-Schilderungen die volle solidarische Aufmerksamkeit auf sich zog: Sie war zum Wochenend-Besuch nach Würzburg aufgebrochen – mit der Bahn – und was man da alles erleben kann …

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