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#97 Glosse von Anke

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Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Diesmal jedoch etwas Besinnliches!

Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.

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Zeugnis ablegen

Hurra, die Ferien sind da! Doch vor der Familienfahrt in den lang ersehnten Urlaub muss erst einmal Zeugnis abgelegt werden. An diesem Freitag war wieder so ein Zeugnistag in Deutschland. Für manche ein freudiger Anlass, für andere eher nicht. Als ich noch ein Schulkind im Haushalt hatte, lief das dann in etwa so ab:

„Zeig doch mal Dein Zeugnis aus der 7.“, frotzelte mein Sohn, „oder ist das etwa im Krieg verbrannt?“ „Also, jetzt mal halblang“, verwies ich energisch auf meinen Geburtsjahrgang, in dem Dorsten bereits wieder vollständig aufgebaut war. Zuversichtlich griff ich zu meiner Dokumentenmappe. Schließlich bin ich immer gerne zur Schule gegangen, da können die Noten ja nicht so schlecht gewesen sein – dachte ich jedenfalls – bis ich das von meinem damaligen Klassenlehrer Günter Vonhoff in türkiser Tinte handschriftlich ausgefüllte Dokument hervorgekramt hatte.

„Holla“, grinste der Nachwuchs triumphierend in mein erbleichendes Antlitz, „das sieht ja gar nicht mal so gut aus!“ „Damals gab‘s auch nicht so schnell Einser und Zweier wie heutzutage“, rang ich nach Erklärungen.

„Was macht Ihr denn da?“, steckte der Vater seinen Kopf ins Zimmer. „Alte Zeugnisse gucken“, jubilierte der Sprössling, „hast Du auch noch Deines aus der 7.?“

„Tut mir leid“, bedauerte der Gatte schlau, „das ist leider vor vielen Jahren verbrannt…“

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