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#99 Glosse von Anke

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Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Diesmal jedoch etwas Besinnliches!

Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.

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Wie die Faust aufs Auge

Als sprachverliebte Wortakrobatin laufen Redewendungen bei mir offene Türen ein. Zu meinen Favoriten gehört beispielsweise „Da beißt die Maus keinen Faden ab“, wenn an einer Situation nichts mehr zu ändern ist. Zur Beschreibung chaotischer Verhältnisse rutscht mir gerne: „Hier sieht’s ja aus wie bei Hempels unterm Sofa!“ über die Zunge. Dabei ist mir eine Familie mit Namen Hempel noch niemals begegnet; dafür aber umso mehr, die im Sinne dieser Redewendung so heißen könnten.

Beliebteste deutschen Redewendungen

Zu den beliebtesten deutschen Redewendungen, die jeder kennen sollte, zählen Berlitz-Sprachschulen: Um den heißen Brei reden, jemandem Honig ums Maul schmieren, den inneren Schweinehund überwinden, wie die Faust aufs Auge passen, auf einen grünen Zweig kommen, aus dem Nähkästchen plaudern…

Und wer weiß, dass Lügen kurze Beine haben, muss noch lange nicht wissen, warum der Hund in der Pfanne verrückt wird: Dieser „Hot Dog“ geht nämlich auf die berühmte Figur Till Eulenspiegel zurück, der die Dinge gerne wortwörtlich nahm. So warf Till bei einer seiner sagenhaften Taten den Hund namens „Hopf“ in die Pfanne, als ihm ein Braumeister befahl, den Hopfen zu sieden – und schon war eine neue Redewendung „gebacken“.

Unbekannte Sprachschöpfung

Tja, man lernt eben niemals aus. So hörte auch ich unlängst auf einer Gartenparty von einer mir bis dato unbekannten Sprachschöpfung: Ein Gast erzählte von seinen betagten Borkener Tanten, die sich dem neu eingeführten Pfarrer der Gemeinde als „Gabelschwestern“ vorstellten. „Was heißt denn das?“, fragte der ahnungslose Geistliche nach, worauf er von den alten Tanten die logische Erläuterung erhielt: „Ganz einfach, Herr Pfarrer: Unsere Männer haben alle schon den Löffel abgegeben!“

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