Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Diesmal jedoch etwas Besinnliches!
Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Wunder gibt es immer wieder – auch beim Straßenverkehrsamt!
Ich kann es einfach nicht für mich behalten, und so posaune ich es jetzt freudestrahlend in die Welt hinaus. Liebe Leute – (kleine Pause zur Steigerung der Spannung) – ich weiß, keiner wird es glauben, aber es ist tatsächlich die Wahrheit: Ich habe einen Termin bei der Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamts des Kreises Recklinghausen in Marl ergattert!
Jetzt wollt Ihr natürlich wissen, wie ich das geschafft habe. Ich gebe zu, leicht war es nicht. Wochenlang habe ich zu allen Tag- und Nachtzeiten versucht, online einen Termin für die Dienstleistung „1 x Umschreibung eines bereits in Deutschland registrierten Fahrzeuges (mit Halterwechsel)“ zu buchen, erhielt aber stets die niederschmetternde Auskunft: Keine Termine verfügbar!
Warteschleife
Okay, da muss man sich schon einmal den Wecker stellen, um im Morgengrauen die entsprechende Seite online aufzurufen. Ab 07.15 Uhr ist auch die telefonische Terminvereinbarung freigegeben. Hat man die automatische Ansage mit den Auswahlmöglichkeiten „Drücken Sie die 1 dafür oder die 2 bis 998, wenn Sie was anderes wünschen“ überstanden, hängt man in der Warteschleife fest.
Jetzt heißt es: Nur nicht die Geduld verlieren, sondern dranbleiben! Kurzer Tipp am Rande: Ein kleines Kissen als Unterlage kann helfen, den wieder eingeschlafenen Kopf vor dem schmerzhaften Aufprall auf die Schreibtischplatte zu schützen! Oder nutzt doch die Zeit, um die liegengebliebenen Steuererklärungen der letzten Jahre zu erledigen oder Euren Nachlass zu regeln, nur bitte: NICHT AUFLEGEN!!!
Der Stoff, aus dem Albträume gewoben sind!
Leider ist mir noch ein ärgerliches Missgeschick passiert, vor dem ich unbedingt warnen möchte: Um Ohr und Hände während der Warteschleifenzeit frei zu haben, hatte ich die Lautsprechertaste gedrückt. Doch als sich plötzlich eine menschliche Stimme nach meinen Wünschen erkundigte, war ich so erschrocken, dass ich anstelle der „Lautsprecher-Aus-Taste“ den Knopf mit dem roten Telefon drückte – und das Gespräch war beendet, bevor es begonnen hatte! Ich kann Euch sagen: Das ist der Stoff, aus dem Albträume gewoben sind!
Termin am Freitag
Doch eines Morgens – ich hatte mir wieder den Wecker gestellt – ereilte mich der Lohn der Unbeugsamen. „Ich kann Ihnen einen Termin am Freitag anbieten“, sagte das freundliche Frollein am anderen Ende der Leitung. „Wie?“ – so schnell gehe ich niemandem auf den Leim – „Freitag dieser Woche?“ – „Genau!“, bestätigte die Lady in einer Leichtigkeit, als ob sie sich mit mir zu einem Spaziergang durch die Parkanlage Gänsebrink verabredet hätte, „11 Uhr. Und bitte geben Sie am Eingang Ihre Terminnummer am Check-in-Terminal ein. Sie lautet T20…“
Moment, Moment. Ihr glaubt doch nicht, dass ich so blöd bin, meine Nummer zu verraten. Sonst könnte der ein oder andere schelmische Wicht noch auf die Idee kommen, sich mit meiner Nummer selbst dort einzuchecken. Kommt gar nicht in Frage!
Beflügelt durch diesen Erfolg überlege ich nun ernsthaft, mein Glück ein zweites Mal herauszufordern, um einen anderen begehrten Termin zu erwischen: Für die Sprechstunde meiner Orthopädin!




























