Vier Tage lang war die Gesamtschule Wulfen Gastgeber für ein besonderes kulturelles Projekt. Die indische Tanztheatergruppe „Theatre of Relevance“ arbeitete intensiv mit Schülern des Fachbereichs „Darstellen und Gestalten“ (DG) zusammen. Den Auftakt bildete die Aufführung des englischsprachigen Stücks „The… other World“ im Forum der Schule.
„Mit eindrucksvollem Körpereinsatz, kraftvoller Stimme und musikalischer Begleitung präsentierten die fünf jungen Künstler aus Mumbai die Geschichte der Menschheit – von der Evolution bis zur Gegenwart“, erklärte Schulleiter Hermann Twittenhoff. Die Performance beleuchtete dabei vor allem die Entstehung von Armut und deren weitreichende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Themen wie Sklaverei, Ausbeutung, Krieg, Industrialisierung, Kapitalismus und Umweltverschmutzung wurden dabei künstlerisch verarbeitet. Sie führten den Zuschauern die Herausforderungen unserer Zeit, darunter die Folgen des Klimawandels, eindringlich vor Augen.
Bewegende Mischung aus Kunst und Botschaft
„Die Darstellung war eine bewegende Mischung aus Kunst und Botschaft“, betonte Katrin Block, Kulturbeauftragte der Gesamtschule Wulfen. Im Anschluss an die Aufführung arbeiteten die indischen Gäste dann unter der Leitung von Theatergründer Manjul Bhardwaj in Workshops mit Schülern der neunten Klassen.

Im Fokus dieser Zusammenarbeit stand eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen: Armut und Hunger zu beenden. „Dank verschiedener Aktionen der Schülervertretung konnte ein inspirierender und gewinnbringender Austausch entstehen“, freute sich Kulturagentin Ariane Schön, die das Projekt organisiert und die Finanzierung sichergestellt hatte.
„Theatre of Relevance“ setzt sich für Gleichheit ein
Manjul Bhardwaj hat die Gruppe „Theatre of Relevance“ 1992 gegründet. Sie nutzt künstlerische Darbietungen, um auf Themen wie Gleichheit, Gerechtigkeit, Frieden, Menschenrechte und Armutsbekämpfung aufmerksam zu machen. Dabei tritt die Gruppe nicht nur in Theatern, sondern auch in Slums und abgelegenen Regionen auf. Sie bringt somit Kunst und soziale Botschaften dorthin, wo man sie am dringendsten braucht.
Der Besuch in Wulfen war Teil einer dreimonatigen Tour durch Deutschland, die im Rahmen der „KinderKulturKarawane“ stattfand. Das Projekt wird gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, Kreativ Global II, dem Institut Equalita und dem Landesprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen NRW“.




























