Am Dienstag, dem 28. Januar, um 19 Uhr, wird ein spannender und zugleich aufrüttelnder Vortrag im Ratssaal des Dorstener Rathauses erwartet. Hans-Jochen Schräjahr und Dr. Josef Ulfkotte, Historiker des Vereins für Orts- und Heimatkunde e. V. (VOH), präsentieren die Ergebnisse ihrer umfangreichen Recherchen zur NS-Vergangenheit des früheren Dorstener Bürgermeisters und Ehrenbürgers Paul Schürholz.
Bereits in den 1980er-Jahren hatte die Forschungsgruppe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ einige Aspekte von Paul Schürholz’ Rolle während der NS-Zeit aufgedeckt. Doch viele Fragen blieben unbeantwortet – bis jetzt. Im Auftrag des Stadtrats haben die beiden Historiker in den Jahren 2023 und 2024 Quellen aus verschiedenen Archiven gesichtet, um ein detaillierteres Bild dieser kontroversen Persönlichkeit zu zeichnen.
Ein dunkles Kapitel in neuem Licht
Die Initiative zu diesen Nachforschungen ging Anfang 2023 von Anfragen aus der Bürgerschaft aus, die kritisch hinterfragten, warum die NS-Vergangenheit Schürholz’ auf der Liste der Ehrenbürger der Stadt Dorsten nicht erwähnt wird. Bürgermeister Tobias Stockhoff griff diese Fragen auf und beauftragte Schräjahr und Ulfkotte, diesen Teil der Stadtgeschichte systematisch aufzuarbeiten.
Parallel dazu stellte die „FRAKTION feat. DIE LINKE“ einen Antrag, Paul Schürholz posthum die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen. Der Stadtrat bestätigte schließlich den Forschungsauftrag an die Historiker, die im Dezember ihre Erkenntnisse erstmals im Stadtrat vorstellten. Eine politische Neubewertung dieser Ehrenbürgerschaft ist für die Ratssitzung im Februar geplant.
Vortrag über Paul Schürholz für alle Interessierten
Am 28. Januar haben Bürgerinnen und Bürger nun die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Forschungsergebnisse zu informieren. Die Veranstaltung wird gemeinsam von der Stadt und dem VOH organisiert und richtet sich an alle, die sich für lokale Geschichte und die Aufarbeitung der NS-Zeit interessieren.
Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, wird der Vortrag auch live auf dem YouTube-Kanal der Stadt Dorsten übertragen und später als Aufzeichnung verfügbar sein. Zudem steht eine Broschüre mit den vollständigen Ergebnissen online auf der städtischen Webseite zur Verfügung: www.dorsten.de/ehrenbuergerschaft.
Anmeldung erbeten
Da die Plätze begrenzt sind, wird um eine kurze Anmeldung per E-Mail an [email protected] gebeten. Die Veranstaltung verspricht, nicht nur historische Einblicke zu geben, sondern auch eine wichtige Diskussion über den Umgang mit der Vergangenheit zu eröffnen.




























