StartWeltweitIst Georgien ein sicherer Herkunftsstaat? Verwaltungsgericht sieht keine rechtlichen Bedenken

Ist Georgien ein sicherer Herkunftsstaat? Verwaltungsgericht sieht keine rechtlichen Bedenken

Veröffentlicht am

Einstufung Georgiens als sicherer Herkunftsstaat bleibt rechtlich unbedenklich

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat heute entschieden, dass die Einstufung Georgiens als sicherer Herkunftsstaat rechtlich nicht zu beanstanden sei. In einem asylrechtlichen Eilverfahren bestätigte die Kammer die Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), den Asylantrag eines georgischen Staatsangehörigen als offensichtlich unbegründet abzulehnen. Die gegen die Abschiebungsandrohung gerichtete Klage blieb erfolglos.

Anzeige
Anzeige von Ohrwerk Hörgeräte: Fit im Ohr. Fit für den Alltag.

Asylantrag blieb ohne Erfolg

Nach Angaben des Verwaltungsgerichts habe das BAMF den Asylantrag zutreffend als offensichtlich unbegründet bewertet. Der Antragsteller stamme aus Georgien, das gemäß § 29a Asylgesetz in Verbindung mit der Anlage II zum Asylgesetz als sicherer Herkunftsstaat gelte.

Die gesetzliche Vermutung, dass in solchen Staaten keine politische Verfolgung drohe, habe der Antragsteller nach Ansicht der Kammer nicht entkräften können. Auch individuelle Gründe wie die angegebene Homosexualität hätten nicht zu einer abweichenden Beurteilung geführt.

Verfassungs- und EU-Recht gewahrt

Wie das Gericht weiter mitteilt, habe der Gesetzgeber bei der Einstufung Georgiens Ende 2023 sowohl das gesamte Staatsgebiet einschließlich Abchasien und Südossetien berücksichtigt als auch verfassungs- und unionsrechtliche Maßstäbe eingehalten. Die Kammer verweist hierzu auf vergleichbare Konstellationen, etwa die EU-Mitgliedschaft Zyperns trotz der politischen Lage im Norden der Insel.

Keine Gruppenverfolgung Homosexueller festgestellt

Die vom Antragsteller angeführte Homosexualität rechtfertige nach Ansicht des Gerichts weder eine individuelle noch eine Gruppenverfolgung. Homosexualität werde in Georgien nicht strafrechtlich verfolgt. Trotz des international kritisierten Gesetzes zum „Schutz von Familienwerten und Minderjährigen“, das 2023 verabschiedet wurde, verfüge das Land weiterhin über umfassende gesetzliche Schutzmechanismen für homosexuelle Menschen. Zudem existierten laut Gericht funktionierende Menschenrechtsinstitutionen, die Diskriminierung thematisieren und Missstände öffentlich machen könnten.

Entscheidung mit Signalwirkung

Da auch die übrigen Voraussetzungen für eine rechtmäßige Abschiebungsandrohung erfüllt seien, sei der Eilantrag insgesamt abgelehnt worden. Der Beschluss ermöglicht somit die Abschiebung des Antragstellers. Nach Einschätzung des Gerichts diene die Entscheidung als Grundlage für weitere Verfahren mit vergleichbarer Sachlage.

Der Beschluss ist unanfechtbar und soll in Kürze in der Rechtsprechungsdatenbank des Landes NRW (NRWE.de) veröffentlicht werden.

Flüchtlinge aus Georgien: Zahlen und Entwicklungen

Im Jahr 2023 stellten 9.399 Menschen aus Georgien einen Asylantrag in Deutschland. Die Anerkennungsquote lag bei nur 0,13 Prozent. Allein im Jahr 2023 kamen 15 Prozent der abgelehnten Asylanträge in Deutschland aus Georgien und Moldau.

Deutschland und Georgien haben Ende 2023 ein Migrationsabkommen geschlossen. Es soll Rückführungen erleichtern und gleichzeitig legale Arbeitsmigration fördern.

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Östricher Bürgerforum sucht Talente für den Dorstener Kultursommer

Musik, Comedy, Theater oder Tanz: Beim Dorstener Kultursommer haben Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, ihr Können vor Publikum zu präsentieren. Das Östricher Bürgerforum lädt am...

Mehr Personal an NRW-Schulen: Höchster Zuwachs seit über 40 Jahren

Die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Schulministeriums arbeiten heute rund 12.600 Menschen mehr an den Schulen...

Dorsten setzt Strategie gegen Eichenprozessionsspinner fort

Dorsten setzt 2026 weiter auf feste Prioritäten und den digitalen Raupenmelder gegen Eichenprozessionsspinner.

Raub am Bahnhof Dorsten: Polizei sucht zwei Tatverdächtige mit Öffentlichkeitsfahndung

Nach einem Raub am Dorstener Bahnhof sucht die Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei bislang unbekannten Tatverdächtigen. Sie sollen am Nachmittag des 22. Februar 2026...

Klick mich!