StartBeruf und AusbildungKreative Ideen statt Vorschriften: Die Jugendberufshilfe der Stadt Dorsten

Kreative Ideen statt Vorschriften: Die Jugendberufshilfe der Stadt Dorsten

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„Martina ist genau die richtige Person für diese wichtige Aufgabe“, betont Eden Fähnrich-Winkel, Leiterin der Abteilung Jugendförderung im Amt für Familie und Jugend der Stadt Dorsten. „Mit ihren kreativen Ideen, die sie lebendig umsetzt, erreicht sie die Jugendlichen.“

Die Rede ist von Martina Lissner, die mir mit so viel Freude von ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin der Jugendberufshilfe erzählt, dass auch ich ihre Begeisterung spüre. „Unser Angebot ist niedrigschwellig und natürlich kostenlos und richtet sich individuell an Jugendliche, Familien, aber auch an Schulen und Unternehmen. Ich helfe ihnen weiter in Fragen zur Schulausbildung oder Praktika und stehe auch mit Rat und Tat zur Verfügung, wenn Jugendliche beispielsweise ihre Ausbildung abgebrochen haben.“
Dabei sieht Martina den Ratsuchenden in seiner gesamten Lebenssituation. „Kein Fall ist wie der andere. Es geht immer darum, individuelle Lösungsansätze zu finden. Natürlich ist es besonders schön, wenn ein Jugendlicher mit unserer Unterstützung tatsächlich eine Ausbildung beginnt.“

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Martina Lissner Jugendberufshilfe
Martina Lissner von der Jugendberufshilfe. Foto: Christian Sklenak

Die Geschichten hinter den Menschen

Bis die 49-Jährige 2020 diese Aufgabe bei der Stadt Dorsten übernommen hat, konnte sie bereits zahlreiche Erfahrungen in Gesprächen sammeln. Ihren Beruf als Rechtsanwaltsgehilfin gab sie auf, studierte Soziale Arbeit und war im Anschluss als Diakonin in Ostfriesland tätig. „Schon damals haben mich die Geschichten hinter den Menschen interessiert“, erinnert sich Martina. „Und so frage ich Jugendliche, wenn sie mir sagen, sie hätten keine Perspektive: Was wolltest du als Kind werden und was hindert dich daran, diesen Beruf zu erlernen?“

Martina baut die jungen Menschen auf, zeigt ihnen, dass sie wertvoll sind, denn viele haben wenig Selbstvertrauen. Einige haben einen schweren Weg hinter sich, wurden von zu Hause auf die Straße gesetzt, sind Schulverweigerer oder haben Gewalt und Missbrauch erfahren. „Da kann ich nicht mit Vorschriften kommen, sondern muss Vertrauen aufbauen“, betont die engagierte Mitarbeiterin des Jugendamtes. „Auf diese Weise sind die allermeisten meiner Ratsuchenden auf einem guten Weg“, fährt sie fort. Und die positiven Reaktionen der Jugendlichen oder auch die ihrer Eltern bestätigen die Sozialarbeiterin in ihrer Arbeit.

Aktuelles Projekt ist „#ECHT“

Martina ist alles andere als eine Schreibtischtäterin, sie geht raus zu und auch mit den Jugendlichen. So entstand 2022 in dem Schülerkalender „Create your Future“ die Fotoserie mit den Wunschberufen der jugendlichen Teilnehmer. Martinas aktuelles Projekt „#ECHT“ findet zu den Tagen des Grundgesetzes vom 5. bis 11. Mai 2025 statt. Zum Thema (sozialer) gibt es eine Ausstellung mit Infos sowie eine Fotoserie mit und über Menschen, die systemisch diskriminiert werden bzw. wurden.

Gemeinsam mit einer achten Klasse der Gesamtschule Wulfen suchte sie 15 Jugendliche, die noch Hürden bewältigen müssen und auf 15 Erwachsene treffen, die diese Herausforderungen bereits gemeistert haben. Begleitet wird das Projekt vom deutschen Zentrum für Neurodivergenz Dorsten, das sich für die Bekämpfung systemischer Diskriminierung starkmacht. Gesucht werden noch Unternehmen, die bereit sind, diesen jungen Menschen eine echte Chance zu geben. „Mit dieser Ausstellung möchten wir den Jugendlichen zeigen, dass sie trotz der Steine, die ihnen manchmal in den Weg gelegt werden, Zufriedenheit im Beruf erreichen können“, fasst es Martina zusammen.

Die Ausstellung #ECHT ist noch bis zum 9. Mai täglich von 10–16 Uhr im Grundgesetzladen an der Suitbertusstraße 7 zu sehen.

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