StartFreizeitKultur„Trilogy“: „Video“ als Brückenschlag

„Trilogy“: „Video“ als Brückenschlag

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„Das Stück ‚Video‘ ist die neue Musik von Trilogy seit 26 Jahren“, erzählt mir Martin Breuer. „Komponiert wurde es von Jochen, Guido und mir im letzten Jahr und wir haben es auch direkt im August 2024 erstmals live bei unserem Revival in der Oude Marie gespielt. Der Begriff ‚Video‘ spannt für uns den Bogen von den glanzvollen 1980ern, als Musikvideos populär waren, bis zur heutigen Zeit, in der Videos auf Social Media als wichtigste Kommunikationsmittel dienen“, fährt er fort.

Die drei Teenager Jochen Kirstein am Keyboard, Ludger „Sammy“ Samson an der Bassgitarre sowie Drummer Martin Breuer gründeten die Band Ende 1976. Den Namen „Trilogy“ wählten sie bewusst, da die Band aus drei Musikern bestand und darüber hinaus als Hommage an das gleichnamige vierte Album von Emerson, Lake & Palmer gedacht war, das die Jungs musikalisch sehr stark beeinflusst hatte.

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Erster Liveauftritt in Dorsten

Ihren ersten Liveauftritt hatte die Schülerband am 24. Oktober 1977 in ihrer Heimatstadt Dorsten. „Neben der kleinen Lichtanlage, die wir dabei einsetzen, sorgte nur noch Sammy mit seinem extrovertierten Auftreten im weißen Overall für die nötigen Showelemente“, erinnert sich Jochen.
Weitere Auftritte in Stadthallen und Jugendheimen in ganz NRW sowie im Westfalenpark in Dortmund folgten.

Trilogy
Trilogy beim Auftritt im Westfalenpark Dortmund 1980. Foto: privat

Richtig Fahrt nahm ihre Künstlerkarriere jedoch auf, als sie 1978 den ersten Platz bei Vest Rock, dem Vorläufer des Sparkassen Club Contests, ebenfalls gesponsert von der Sparkasse Vest, belegten. Guido Harding, der dort mit seiner damaligen Band „Topas“ ebenfalls an diesem Wettbewerb teilnahm, zog es musikalisch als zweiter Keyboarder nach diesem Auftritt zu den „Trilogys“. Der fünfte Mann, Detlef Deeken an der Gitarre, verstarb leider früh, das Quartett machte dennoch unter dem Namen „Trilogy“ weiter Musik.

„Dieser Sieg war unser Sprungbrett und brachte uns die nötigen Kontakte in der Szene. Unser Stil Musik zählte zum Progressive Rock und kam gut bei unseren Fans an“, berichtet mir Guido und Ludger ergänzt: „Das sah wohl auch Merlin W. Frank, Herausgeber und Inhaber eines Musikmagazins, sowie glücklicherweise Mitglied der Jury des Vest-Rock-Wettbewerbs, ähnlich und ließ unser Debütalbum ‚Here It Is‘ produzieren.“

Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google uebermittelt.

Trilogy in den 80ern: Treibsand und Nachtlichter

1981 steuerte die Band das bisher unveröffentlichte Stück „Treibsand“ zu einem Schallplattenprojekt der Rockinitiative Dorsten bei, und schon 1982 kündigte sich eine neue Ausrichtung an „Wir entschieden uns zunächst für eine neue musikalische Richtung, die kommerzieller und zugänglicher war“, erzählt Ludger weiter. „Da meine Hand nach einem Verkehrsunfall gelähmt war, ersetzte mich für diese Zeit Hartmut Kracht. So war ich dann 1984 auch nicht im Studio, als die zweite ‚Trilogy‘ LP ‚Nachtlichter‘ aufgenommen wurde. Ein weiterer Sieg bei einem Musik-Contest, der „WDR Stadtmusik“ in Köln, führte die Band 1984 noch einmal ins Studio, in dem sie mit dem WDR vier neue Tracks produzierten, von denen zwei auf der „Trilogy“ CD „Callback“ veröffentlicht wurden.“

Mit dem Ende des Studiums der Musiker klang die Hochphase des Progressive Rock allmählich aus. „Wir spielten dennoch bis 1987 weiter, allerdings reduzierten wir unsere Auftritte. Verdient haben wir nicht viel, aber es reichte immer für Pizza, Bier und für unser Equipment“, schmunzelt Guido.
„Aus den Augen verloren haben wir uns jedoch nicht. Wir sind weiterhin Freunde geblieben. Zu unseren 50. und 60. Geburtstagen spielten wir für unsere Gäste und als ich 60 wurde, interpretierten die Hornisten des Duisburger Symphonieorchesters ein Stück von uns auf Alphörnern. Das war schon sehr speziell“, erinnert sich Jochen an das Highlight.

Rückkehr im neuen Jahrtausend

2005 kehrten die vier Rockmusiker für ihren ersten großen Live-Gig nach vielen Jahren auf die Bühne im Treffpunkt Altstadt zurück. Dort begeisterten sie ihr Publikum und bewiesen, dass sie nichts verlernt hatten. Dies stellten sie auch weitere fast 20 Jahre später in der Oude Marie unter Beweis. Auch wenn Jochen, Martin, Guido und Ludger mittlerweile alle eine 6 vor ihrem Alter stehen haben, so haben sie ihr Publikum mitgenommen wie früher. Vielleicht lag es an der Musik, vielleicht auch an Sammys weißem Overall, der an dem Tag jedoch eine Latzhose war, vielleicht auch an der Atmosphäre. Für viele der 1200 Zuhörer war es jedenfalls wie ein Klassentreffen, wie sie den Bandmitgliedern später erzählten. „Jedenfalls hat es auch uns einen Riesenspaß bereitet“, sind sich die „Senior-Rocker“ einig.

Harte Bühnenarbeit

Doch auf der Bühne zu stehen bedeutet harte Arbeit. „Damit unsere Stück live gespielt werden können – erst recht nach so vielen Jahren, müssen wir intensiv üben“, betont Jochen und Martin ergänzt zum kreativen Prozess: „Nach einigen Diskussionen werden wir uns immer einig und entscheiden, welcher Weg musikalisch der Beste wäre. So kann sich jeder etwas ausleben“, bringt es Ludger noch auf den Punkt.

Trilogy
Trilogy heute, von vorne nach hinten: Guido Harding, Martin Breuer, Jochen Kistein und Ludger Samson. Foto: Sklenak

So auch in der aktuellen Komposition „Video“, in der verschiedene musikalische Einflüsse zu hören sind: Synthetische Klänge der 70er und 80er, Klangfarben aus der Klassik und eine rockorientierte rhythmische Struktur schaffen eine kleine musikalische Zeitreise in einem modernen Gewand. „Video“ malt ein Bild, das kontinuierlich in Bewegung ist, so wie auch die Musik der Band von einer anhaltenden Dynamik geprägt bleibt.

Noch in diesem Jahr ist geplant, das Stück auf einer Vinyl-LP als limitierte Sammler-Edition zu veröffentlichen. Für die Rückseite ist ein clubtauglicher Remix des Stückes vorgesehen. Später wird das Stück dann auch auf fast allen Streaming-Plattformen als Download zur Verfügung stehen.

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