Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Glückstour durch Wismar
Wismar steht schon seit einiger Zeit ganz oben auf meiner Reisewunsch-Liste. Wie schön, dass sich kürzlich die Gelegenheit ergab, diese wundervolle Backsteinstadt Mecklenburg-Vorpommerns gemeinsam mit einer Bekannten zu besuchen – und dann überraschenderweise auch noch als Premium-Gast: „Sie sind heute tatsächlich die einzigen Teilnehmer“, begrüßte uns die sympathische Stadtführerin, und auf ging’s zur Entdeckungstour durch den historischen Stadtkern der mittelalterlichen Hansestadt, die 2002 gemeinsam mit Stralsund in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.
Wir bestaunten die historischen Bauwerke rund um den Wismarer Marktplatz, der mit seiner Fläche von 10.000 Quadratmetern zu den größten Marktplätzen in Norddeutschland zählt. Das spätgotische Giebelhaus mit dem volkstümlichen Namen „Alter Schwede“ erinnert an die Wismarer Schwedenzeit. Und was hat es mit dem freistehenden Pavillon in der Marktplatzmitte auf sich? „Das ist die ,Wasserkunst‘“, erklärt uns die Führerin das Wahrzeichen der Stadt, „sie diente noch bist 1897 zur Trinkwasserversorgung.“
Jeder Stein erzählt Geschichten
Monumentale Kirchenbauten, wehrhafte Tore und trutzige Türme – jeder Stein erzählt Geschichten aus der wechselhaften Vergangenheit. Dass allerdings die Heiligen-Geist-Kirche von Touristen so stark nachgefragt ist, liegt eher an „Soko Wismar“: Das Tor zum Kirchhof dient nämlich als Kulisse für die Einfahrt zum Polizeirevier der Fernsehserie!
Schließlich reckten wir unsere Hälse vor einer Häuserreihe, aus der eine bemerkenswerte, wunderbar restaurierte Backsteinfassade heraussticht: „Das ist das älteste Haus der Stadt, frühes 13. Jahrhundert“, erklärte unsere Stadtführerin, während sie verschmitzt einen Schlüssel aus ihrer Handtasche angelte, „und wenn Sie wollen, können wir auch mal hineingehen, denn hier wohne ich.“
Dieses einmalige Angebot ließen wir Glückspilze uns natürlich nicht entgehen, wussten wir doch, dass wir diese Einladung bei 25 Tour-Teilnehmern sicherlich nicht bekommen hätten.
Wismar ist ein Besuch wert
Nach zweieinhalb Stunden Stadtführung mussten wir diese großartigen Eindrücke erst einmal bei einer hervorragenden Fischplatte im Alten Hafen verdauen. Aber in einer Sache waren wir uns sofort einig: Wismar ist einen Besuch wert, nicht nur wegen des beeindruckenden historischen Stadtkerns, sondern auch wegen der netten Leute, die ihn bewohnen!




























