Glosse von Anke: Der Alltag ist schon ernst genug. Deswegen serviert die Dorstenerin Anke Klapsing-Reich zum Wochenende eine Portion Heiterkeit. Vergnügliche Episoden aus dem Berufs- und Familienleben. Denn mit einem Lächeln geht gleich alles leichter.
Schilderbeulen
Warum beult sich eigentlich die neue Bluse so dämlich über dem Hosenbund? Ich untersuche die Stelle des Ärgernisses und zerre genervt das eingenähte Schilder-Bündel ans Tageslicht. Also, langsam reicht’s: Diese stets wachsenden Schildchen mit Infos und Pflegehinweisen in frisch gekauften Textilien nehmen immer größerer Ausmaße an.
Da wird man in allen Einzelheiten darüber informiert, dass man ein Naturprodukt erstanden habe, das bei der Wäsche „ausbluten“ und auf Ledersofas Farbspuren hinterlassen könne, dass es separat und auf links gezogen, mit einem Spezial-Farbwaschmittel im Schonwaschgang geschaukelt, auf gar keinen Fall geschleudert und mit viel Liebe zum Trocknen wieder in Form gezogen werden möchte … und das in rund 26 Sprachen von A wie Aramäisch bis Z wie Zulu.
Diese in den Innenseiten des Kleidungsstückes festgetackerten Schilder werden lang und länger. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann sie aus dem Ärmel oder Hosenbein heraus ans Tageslicht kriechen.
Liebe Leute, wenn ich einen Sprachkurs in Textilpflege machen möchte, dann buche ich einen Kurs an der Volkshochschule und kaufe mir keine Sommerbluse.




























