Nach der Absage des geplanten Neubaus am Wulfener Markt melden sich nun auch die Grünen in Dorsten zu Wort. Die Partei spricht von einer „alarmierenden Entwicklung“ und fordert die Stadt auf, zügig für eine Übergangslösung zu sorgen.
Claas Römer, Fraktionsvorsitzender der Grünen und Bürgermeisterkandidat, erinnert daran, dass seine Partei schon 2021 vor einem Abriss ohne konkrete Nachnutzungspläne gewarnt habe. „Wir müssen feststellen, dass unsere Bedenken zutreffend waren. Entscheidend ist jetzt aber nicht mehr die Vergangenheit, sondern wie es am Wulfener Markt weitergeht. Die Menschen in Barkenberg haben es nicht verdient, dass nach den Jahren der Tristesse weitere Jahre des Stillstands folgen.“
Forderung nach Übergangslösung am Wulfener Markt
Die Grünen regen an, das Gelände kurzfristig so herzurichten, dass die bereits angekündigte Verbindung zwischen Barkenberg und Alt-Wulfen für Rad- und Fußgänger genutzt werden kann. Darüber hinaus schlagen sie vor, die Fläche zunächst als „Bürgerwiese“ herzurichten – ein Ort für Begegnungen und möglicherweise auch kleinere Veranstaltungen.
Kritik an SPD-Forderungen
Deutlich äußern sich die Grünen auch zu den jüngsten Vorschlägen der SPD Dorsten. Diese hatte gefordert, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft DWG selbst auf dem Areal neue Wohnungen errichtet. „Das ist absolut realitätsfern und mit den bestehenden Kapazitäten nicht umsetzbar“, heißt es in der Stellungnahme. Zudem erinnerten die Grünen daran, dass die Fördermittel des Landes für den Abriss ausdrücklich an die Bedingung geknüpft waren, keine neue Wohnraumförderung an gleicher Stelle zu schaffen.
„Moderate Bebauung“ und neue Ideen
Für die langfristige Nutzung schlagen die Grünen ein gemischtes Konzept vor. Die Fläche solle in kleinere Parzellen aufgeteilt werden, die an private Investoren vergeben werden können. So könnten Wohn- und Geschäftshäuser entstehen, ergänzt durch Gastronomie wie ein Café oder eine Eisdiele. Gleichzeitig solle ein Teil des Areals als Bürgerwiese und Naherholungsfläche erhalten bleiben.
Auch ein Erweiterungsbau der Gesamtschule Wulfen solle in die Planungen einbezogen werden. Römer ist überzeugt: „Eine am Bedarf des Stadtteils angepasste Neuplanung ist möglich und notwendig. Grünflächen und eine moderate Bebauung würden den Wulfener Markt enorm aufwerten.“




























