StartPolitikDie GrünenWahlpanne in Rhade: Grüne Dorsten stellen Fragen nach Stimmen im AfD-Umschlag

Wahlpanne in Rhade: Grüne Dorsten stellen Fragen nach Stimmen im AfD-Umschlag

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Gut eine Woche nach der Kommunalwahl melden sich die Bündnis90/Die Grünen in Dorsten zu Wort. Hintergrund ist die Panne bei der Auszählung im Wahllokal Rhade, bei der Stimmen für die Grünen im Umschlag der AfD Dorsten landeten.

Zwar liegt inzwischen ein Prüfbericht der Stadtverwaltung vor und das Wahlergebnis wurde korrigiert, doch der Vorstand des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen Dorsten sieht weiterhin Aufklärungsbedarf. In einem Schreiben an die Beigeordnete der Stadt Dorsten Nina Laubenthal machen Claas Römer und Kinga Krupa deutlich, dass zentrale Fragen offen geblieben seien.

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Die Grünen fragen sich:

  • „Wäre die fehlerhafte Zuordnung auch ohne die im Prüfbericht genannten ‚mannigfaltigen Anrufe‘ aufgefallen? Gab es, da die Niederschrift offensichtlich korrekt war, am Wahlabend noch einmal Kontakt zwischen Wahlvorstand und Stadtverwaltung?“
  • „Ist den verantwortlichen Personen bei der Stadt Dorsten die unrealistische Schnellmeldung aus dem Wahllokal aufgefallen? Wenn ja, mit welcher Reaktion?“
  • „Hat zwischenzeitlich eine Nachbesprechung und Aufarbeitung mit den betroffenen Personen des Wahlvorstandes stattgefunden? Konnte herausgefunden werden, welche Person die Stimmzettel mit Stimmen für die Grünen in den AfD-Umschlag gesteckt hat?“
  • „Ist seitens der Stadt Dorsten eine Pressemitteilung über diese Vorgänge beabsichtigt? Dies dürfte aufgrund der schon oben genannten Bedeutung der Wahl und des damit verbundenen Vertrauens in den Wahlprozess erforderlich sein.“

Forderung nach Transparenz

Mit diesen Fragen verbinden Römer und Krupa die Erwartung, dass die Stadt Dorsten die Vorgänge transparent aufarbeitet. Eine offene Information der Öffentlichkeit sei für das Vertrauen in die Demokratie unverzichtbar, heißt es.

Prüfberichte dokumentieren Fehler

Die Stadtverwaltung hat die Unregelmäßigkeiten in zwei Prüfberichten bei der Sitzung des Wahlausschusses am 17.9. dokumentiert, die im Zusammenhang mit der Kommunalwahl am 14. September 2025 erstellt wurden.

Im Stimmbezirk 2.2 Kita Am Stuvenberg zeigte die Schnellmeldung zunächst keine Stimmen für Grünen-Kandidatin Frauke Corinna Haake. Da sich jedoch mehrere Wählerinnen und Wähler meldeten, die ihre Stimme den Grünen gegeben hatten, wurde nachgezählt. Dabei stellte sich heraus, dass 39 Stimmen versehentlich in Umschläge mit der Beschriftung „AfD“ einsortiert worden waren.

Nach der Berichtigung erhielt Haake 39 Stimmen und damit 7,75 Prozent. Für AfD-Kandidatin Anastasia Wagner wurden statt 154 korrekt 115 Stimmen gezählt, was 22,86 Prozent der insgesamt 503 gültigen Stimmen entspricht. Wahlberechtigt waren 1.204 Personen.

Und auch im Wahlbezirk 7, zu dem auch der Stimmbezirk Gemeinschaftshaus Wulfen gehört, wurde bei der Feststellung des Ergebnisses der Wahl eine ungewöhnlich hohe Zahl ungültiger Stimmen festgestellt. Während die Schnellmeldung mehr als fünf Prozent ungültige Stimmen auswies, ergab die offizielle Niederschrift lediglich 19 zurückgewiesene Wahlbriefe. Offenbar kam es zu einer falschen Übertragung in den Meldungen. Umschläge mit der Aufschrift „ungültige Stimmen“ sorgten zusätzlich für Irritationen. Nach Feststellung der Abweichung wurde die Schnellmeldung in Abstimmung mit dem Kreis korrigiert. Brisant ist, dass es sich um den einzigen Wahlbezirk handelt, den die AfD in Dorsten gewann.

AfD-Hochburg Wulfen-Barkenberg

Der Wahlbezirk 7 in Wulfen-Barkenberg entwickelte sich bei der Kommunalwahl zu einem der stärksten Stimmbezirke der AfD in Dorsten.

Noch am Wahlabend äußerte sich Bürgermeister Tobias Stockhoff zum Wahlergebnis. Er zeigte sich besorgt über den hohen Stimmenanteil der AfD in Dorsten. Dieser gehe nach seiner Einschätzung vor allem zulasten der SPD, aber auch anderer Parteien. „Das müsse alle aufrütteln“, so Stockhoff. Er betonte, dass es nun Aufgabe aller sei, in den kommenden Jahren mit verlässlicher Arbeit das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger weiter zu gewinnen.

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