Heute fand in der Sparkasse Vest in Dorsten ein kleiner Abschiedsempfang statt, zu dem Oliver Göttlich seine Netzwerkpartner eingeladen hatte. Ganz ohne persönliche Worte seiner Wegbegleiter ging es dabei natürlich nicht.

Wenn Kollegen fehlen, aber keine Aktenordner zurückbleiben
Mit herzlichen Worten eröffnete Uwe Schniederjahn, Nachfolger von Oliver Göttlich, die Feierstunde zur Verabschiedung des bisherigen Leiters der Sparkasse Dorsten.
„Was man über gute Leute sagen kann, wenn sie die Sparkasse verlassen, ist, dass sie Lücken hinterlassen“, sagte Schniederjahn. „Nur diejenigen, die Lücken hinterlassen, und das ist bei Oliver so der Fall, hinterlassen keine Aktenordner. Da bin ich auch sehr froh drüber.“
Schniederjahn beschrieb Göttlichs Zeit in der Sparkasse als eine Phase, in der er mit Herz, Hirn und Humor geführt habe. Besonders der Sparkassenfamilientag sei unter seiner Leitung zu einem festen Bestandteil des Jahresprogramms geworden. „Du hast diesen Tag nicht nur als Termin in die Kalender gebracht, sondern ihn zu einem echten Erlebnis gemacht, für alle, die daran mitwirken, für Vereine, Vertreter der Stadt und auch für die Jugend“, sagte Schniederjahn.
Simpel, aber nie einfach – das Göttlich-Prinzip
„Ja, die Kollegen fragen mich das oft, und das ist auch für mich eine große Herausforderung: Wie kriegt der das eigentlich alles hin? Wie schafft er das, dass dieser Tag so immens toll wird? Das ist im Grunde dein Erfolgsrezept. Du machst Sachen simpel. Du machst sie nicht einfach, das muss ich schon sagen, aber du machst sie simpel. Du denkst weniger über Paragraphen nach, sondern mehr über Pragmatismus. Also nicht ‚Wir müssen erst mal prüfen, ob das funktioniert‘, sondern: ‚Ach, das kriegen wir schon hin.‘ Das zeichnet dich extrem gut aus.“
„Wenn es mal irgendwo hakt, kommst du nicht mit einer Präsentation um die Ecke, sondern du packst es charmant an, manchmal hektisch, aber immer mit Sinn. Dein Ziel ist, dass wir nach vorne kommen und das, was wir machen, zu einem Erlebnis wird.“
Zum Schluss wandte sich Schniederjahn direkt an Oliver Göttlich: „Jetzt heißt es für dich, Abschied nehmen von der Sparkasse und hin zur Wirtschaftsförderung Dorsten. Für uns heißt das, wir verlieren einen guten Kollegen. Aber ich bin sicher, das ist eine Aufgabe, die dich wachsen lässt. Du bist jemand, der anpackt, motiviert und überzeugt. Und ich glaube, dass du auch die Wirtschaftsförderung mit deinen Impulsen nach vorne bringen wirst.“

Netzwerker mit Herz – und Taktstock in der Hand
Auch Christiane Timmer, Mitglied des Vorstands, fand in ihrer Rede persönliche Worte. Sie habe Göttlich als jemanden erlebt, der mit außergewöhnlicher Herzlichkeit und Offenheit Menschen verbinde. Als sie ihre Tätigkeit in Dorsten aufgenommen habe, sei sie von ihm sehr warmherzig empfangen worden. Göttlich habe ein bemerkenswertes Netzwerk aufgebaut und es verstanden, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen.
Timmer sagte: „Es war damals ein mutiger Schritt, jemand so Junges und noch nicht so Erfahrenes in diese Position zu bringen. Aber es war die absolut richtige Entscheidung. Ich glaube, wir hätten niemand Besseren für diesen Job finden können als Sie. Sie haben das mit so viel Herzblut gemacht, so viel Zeit investiert und dabei viele Gesichter gezeigt, und alle positiv.“
Sie bezeichnete Göttlich als zugewandten Chef, der loyal, aber auch ehrlich und kritisch sei. „Sie scheuen sich nicht, den Mund aufzumachen, wenn Ihnen etwas wichtig ist, und das ist eine große Stärke.“ Neben seiner Arbeit in der Sparkasse habe sie ihn auch als Dirigenten des Blasorchesters kennengelernt. „Es ist bemerkenswert, wie jemand, der so jung ist, so viel mitbringt. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Glück dieser Welt. Wir werden Ihnen sehr nachweinen, auch wenn Sie zwei würdige Nachfolger haben.“
Ein kleiner Kreis mit großen Geschichten
Oliver Göttlich bedankte sich bei seinen Nachfolgern Uwe Schniederjahn und Bianca Schier und freute sich über die gelungene Übergabe. Er begrüßte außerdem Bürgermeister Tobias Stockhoff und die Gäste der Feier. „Ich habe bewusst eine kleine Runde eingeladen, die engsten Netzwerkpartner. Zu jedem Einzelnen fällt mir hier eine schöne Geschichte ein.“ Göttlich sprach über die Zusammenarbeit und den Geist, der in seinem Team geherrscht habe. „Wenn man Menschen um sich hat, die einfach sagen ‚Warum machen wir das nicht?‘, dann wird vieles ganz leicht. Das will ich gerne zurückgeben.“
Er machte deutlich, wie eng die Verbindung zwischen Sparkasse, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sei. „In einer Sparkasse geht es gut, wenn es der Wirtschaft gut geht, wenn es der Kultur gut geht, wenn es dem Leben gut geht. Und am Ende geht es der Sparkasse dann gut, wenn die Menschen sich in ihrer Stadt wohlfühlen.“
Er erklärte, er wolle diesen Gedanken in seine neue Aufgabe bei der Wirtschaftsförderung mitnehmen. „An einer Sparkasse kann man sehen, wie sehr man mitgestalten kann, und das möchte ich auch künftig tun.“
Bewerber mit Dynamik, Erfahrung – und am Ende doch Göttlich
Bürgermeister Tobias Stockhoff eröffnete sein Grußwort mit einem Dank an die Sparkasse und einem Glückwunsch an die neuen Leiter Uwe Schneiderjahn. Er betonte, die Sparkasse Dorsten sei seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner für Wirtschaft, Vereine und Bürgerinnen und Bürger.

„So schön es ist, einmalig unterstützt zu werden, wichtiger ist, dass die Sparkasse langfristig und nachhaltig Verantwortung übernimmt. Dafür danke ich Ihnen“, sagte Stockhoff. Er erinnerte daran, dass die Sparkasse jedes Jahr rund 116.000 Euro an Spenden und Fördermitteln ausschütte, ein Engagement, das vielen Projekten zugutekomme und zur Lebensqualität in der Stadt beitrage.
Im Zusammenhang mit Göttlichs künftigem Wechsel zur Wirtschaftsförderung sprach Stockhoff auch über das Auswahlverfahren. „Ich darf aus dem Nähkästchen plaudern: Wir hatten tatsächlich einige gute, Bewerberinnen und Bewerber, und man hätte alle nehmen können. Jeder von ihnen hatte seine Stärken, der eine mit viel Erfahrung, der andere mit unglaublicher Dynamik oder einem besonderen Blickwinkel“, sagte der Bürgermeister.
Die Entscheidung für Oliver Göttlich sei am Ende mit breiter Mehrheit gefallen. „Sie haben uns überzeugt durch Ihre Motivation, Ihre Fachkenntnis und Ihre Verbundenheit mit dieser Stadt. Man spürt, dass Sie für das brennen, was Sie tun, und dass Sie für Dorsten brennen.“
Wer für Dorsten brennt, muss nicht gelöscht werden
Stockhoff betonte, dass es kein Nachteil sei, für die Stadt zu arbeiten, in der man verwurzelt sei. „Das war sicher auch kein Nachteil für die Sparkasse, weil Sie durch Ihre Netzwerke und Ihr Verständnis für die Menschen hier vor Ort Brücken bauen konnten.“
Er erinnerte daran, dass Göttlich selbst nach seiner Entscheidung den offenen Austausch gesucht habe. „Sie sind zu den Mitbewerbern gegangen und haben das Gespräch gesucht. Das zeigt Größe und Weitsicht, denn auch in Zukunft braucht es Zusammenarbeit über alle Institutionen hinweg.“
Der Bürgermeister sagte weiter: „Ich bin sicher, dass die Kooperation zwischen der Sparkasse, der Wirtschaftsförderung und den anderen Partnern in Dorsten weiter eng bleibt. Ihre Fähigkeit zu vernetzen und neue Ideen anzustoßen, wird dieser Stadt guttun.“
Es ist bemerkenswert, wie jemand, der so jung ist, so viel mitbringt.
Christiane Timmer




























