Mit Musik, Segen und vielen Händen, die mitangepackt haben: Am Montag, 27. Oktober 2025, ist im Innenhof des Gymnasiums St. Ursula der neue Tisa-Garten feierlich eröffnet worden. Ein neuer Ort der Ruhe und Begegnung an der Nahtstelle zwischen Schule und der benachbarten Pfarrei St. Agatha.
Den Auftakt gestaltete Schülerin Hermine Beil musikalisch. Im Anschluss hieß Schulleiterin Elisabeth Schulte Huxel die Gäste willkommen und rückte das gemeinsame Engagement in den Mittelpunkt: „Die Idee des Gartens wurde besonders durch das Engagement der Schüler gefördert“, betonte Schulte Huxel.

Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff überbrachte dazu ein Grußwort im Zeichen des 775-jährigen Stadtjubiläums. Der Oktober steht in Dorsten den Feierlichkeiten zur Altstadt, und der Tisa-Garten will dazu einen eigenen Akzent setzen. Lehrer Benedikt Gottlieb knüpfte in einem kurzen Impuls an Tisa von der Schulenburg an. Tisa als die Ordensfrau, Künstlerin und Dorstener Ehrenbürgerin mit dem Leitsatz „Ich hab’s gewagt“ für Offenheit und Verantwortung steht. Den Abschluss setzte Pfarrer Dr. Stephan Rüdiger, der den neuen Garten segnete.
Eine Mauer fällt – ein Netzwerk entsteht
Über Jahrzehnte trennte eine Mauer das Klostergelände der Ursulinen vom Areal der Pfarrgemeinde. Diese Öffnung ist nun schließlich das sichtbare Symbol eines pastoralen Gedankens. Kirche als Netzwerk von Orten und Menschen, nicht als abgeschlossener Raum. Der Tisa-Garten soll genau das sein. Ein pastoraler Raum mitten in der Stadt. Doch offen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Gemeinde und Stadtgesellschaft; ein Ort der Stille, des Gesprächs und der Entschleunigung.
Von der Idee zum Tisa-Garten in acht Tagen
Ermöglicht wurde das Projekt durch die erlaufenen und erwirtschafteten Spenden der Schulgemeinschaft im Ursula-Jubiläumsjahr 2024. Flankiert vom Förderverein und dem Verein zum Erhalt der Ursulaschulen. Die Umsetzung übernahm Garten- und Landschaftsbauer Tim Vennemann – in bemerkenswertem Tempo.

In nur acht Tagen, davon zwei mit Kraneinsatz, entstand infolgedessen der Tisa-Garten aus rund 75 Tonnen Naturstein, „keinen Stein zu viel, keinen zu wenig“. Damit der Eindruck von Anfang an vollständig wirkt, wurden direkt große Gehölze und Stauden gesetzt. Der vorhandene Boden blieb erhalten und wurde mit Substrat, Lava und Kompost aufgewertet. Das Material lagerte zeitweise auf dem Pfarrgartenrasen und wurde von dort aus eingebaut. Die Wegeführungen und Höhenschwünge waren zwar grob vorgezeichnet, doch die Form der Steine bestimmte am Ende den Rhythmus der Anlage; sogar ein kleiner Übergang in den Pfarrgarten entstand.

„Der Grundgedanke war, Pfarrgarten und Tisa-Garten zu verbinden, die offene Mauer macht das heute erlebbar“, resümiert Vennemann. Nachhaltigkeit war Leitlinie: Statt großflächiger Abträge wurde mit dem vorgefundenen Boden gearbeitet.
Brücke zwischen Schule, Kirche und Stadt
Der Tisa-Garten schlägt dazu eine Brücke: hinein in die Stadt Dorsten – und hinüber zur Pfarrei St. Agatha mit dem angrenzenden Pfarrgarten als Gegenüber. In der Tradition der Ursulinen verbindet die Schule damit Bildung, Glauben und Leben sichtbar, zugänglich und durchlässig füreinander.

Nach der Einweihung lud das Gymnasium abschließend zur Begegnung mit einem kleinen Imbiss. Der neue Garten hat seinen Anspruch schon am ersten Abend folgerichtig eingelöst: ein Ort, der Menschen zusammenführt.




























