StartDorstenSchuleUnsichtbar bis zum Notfall: Die Schulsanitäter am Gymnasium St. Ursula

Unsichtbar bis zum Notfall: Die Schulsanitäter am Gymnasium St. Ursula

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Verbände anlegen, Pflaster kleben, die Hand halten und trösten, das alles leisten die Schulsanitäter, falls an ihrer Schule, dem Gymnasium St. Ursula, ein kleiner Unfall passiert. Und bei der Herzlichkeit, mit der die beiden 17-jährigen Schülerinnen Lotta Schöwer und Rosa Feldmann sowie ihre ein Jahr jüngere Schulkollegin Tabea Liß ihr Ehrenamt ausüben, sind die kleinen Blessuren meist schnell vergessen.

„Wir dürfen natürlich keine Medikamente verabreichen. Zum Glück ist bisher aber auch noch nie etwas Größeres passiert, sodass wir kaum von unserer Arbeit berichten können“, erzählt mir Lotta. Sie ist vor drei Jahren zusammen mit ihrer besten Freundin Rosa auf das Schulprojekt aufmerksam geworden, fand Gefallen daran und gehört heute mit Rosa, Tabea und weiteren Schülern zu dem etwa 15-köpfigen Schulsanitäter-Team.

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Kleine Verletzungen versorgen die Schulsanitäter selbst

In der Regel geht es bei ihren Einsätzen um die Erstversorgung und die Überbrückung, bis der Rettungsdienst oder die Eltern eintreffen. Fast alle kleinen Unfälle, wie Nasenbluten oder Schürfwunden, versorgen die ehrenamtlichen Jugendlichen jedoch selbst. „Wir haben aber mittlerweile öfter auch mit Panikattacken zu tun. Hier stehen wir demjenigen dann zur Seite und versuchen gemeinsam mit ihm zu atmen, damit er ruhiger wird“, berichtet mir Rosa, die sich nach ihrem Abi durchaus ein Medizinstudium vorstellen könnte. „Manchmal ist es schon stressig, aber es ist ein gutes Gefühl, wenn wir helfen können“, bringt es Tabea auf den Punkt.

Schulsanitäter Sankt Ursula Gymnasium
BU: (v.l.) Rosa Feldmann, Tabea Liß und Lotta Schöwer. Foto: Christian Sklenak

Schulsanitäter gibt es seit 2012

Der Schulsanitätsdienst im Gymnasium St. Ursula wurde 2012 von Michael Borr mit Unterstützung durch den Stadtverband Dorsten des Deutschen Roten Kreuzes ins Leben gerufen. Zehn Jahre später übernahmen Eva Hasselmann und Claudia Hornung die Organisation dieses Ehrenamtes. Die beiden Frauen, die selbst eine Sanitätsausbildung sowie einen Ausbilderlehrgang beim DRK absolviert haben, geben ihr Wissen seitdem an interessierte Schülerinnen und Schüler ihrer Schule weiter, demnächst auch mit Unterstützung durch Eltern, die im medizinischen Bereich tätig sind.

Nach ihrer Ausbildung übernehmen die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen von drei oder vier Jugendlichen jeweils an einem Tag der Woche während des Unterrichts, aber auch auf Schul- und Sportfesten den ehrenamtlichen Sanitätsdienst. Da hierbei natürlich der eigene Unterricht beziehungsweise die Klausuren Vorrang haben, ist so sichergestellt, dass zumindest einer der Schulsanis Hilfe leisten kann. Im Notfall werden sie über einen Messenger-Dienst auf dem Handy vom Sekretariat aus alarmiert und zum Einsatzort geschickt.

Engagement über den Schulsanitätsdienst hinaus

Über den Schulsanitätsdienst hinaus beteiligen sich die Jugendlichen an der Aktion „Prüfen – Rufen – Drücken“ und zeigen den Sechstklässlern anhand einer Reanimationspuppe die Herzdruckmassage und üben weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen, wie die stabile Seitenlage. Auch an den im kommenden Jahr verpflichtenden Unterweisungen in den Jahrgängen 7 bis 9 werden die Schulsanitäter beteiligt sein. „Es macht schon Spaß zu sehen, wie die Sechstklässler mit großen Augen die Reanimation an der Puppe selbst probieren“, sind sich die drei Teenager einig. „Außerdem ist ein soziales Engagement in und auch außerhalb der Schule sinnvoll, vor allem, wenn wir mit Freude dabei sind.“

Am Ende ihres Dienstes erhalten die engagierten Jugendlichen eine Urkunde als kleine Anerkennung, die in Bewerbungen sehr wertvoll sein kann. Aber auch die Zeit und die Kosten für den Erste-Hilfe-Kurs, den Fahrschüler normalerweise benötigen, entfallen durch dieses ehrenamtliche Engagement. Schade finde ich es allerdings, dass die Schulsanis oft im Verborgenen arbeiten und erst dann sichtbar werden, wenn ein Zwischenfall eintritt. Denn jedes Engagement ist es wert, beachtet zu werden.

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