„Wir gehen nun bereits seit 44 Jahren als gutes Team gemeinsam durch dick und dünn“, erzählt mir Irmgard bei einem Kaffee. Wenn eine Ehe bereits seit 41 Jahren hält und die zwei immer noch glücklich miteinander sind, dann passt es einfach.
Irmgard und Norbert haben sich in jungen Jahren kennengelernt. Sie war 18, er 19. Von Anfang an zogen sie an einem Strang, auch als der Schweißer bei der Hafenbahn seine berufliche Richtung änderte. „Als Norbert ernsthaft überlegte, seinen Job dort aufzugeben und als Stuntman in dem damaligen Bavaria Filmpark zu arbeiten, habe ich ihn darin bestärkt“, erinnert sich Irmgard. „Wenn es schiefgegangen wäre, dann wäre ich halt öfter als Tupperware-Beraterin unterwegs gewesen“, schmunzelt sie. Aber Plan A ging ja zum Glück auf.
„Ich bin dir auch wirklich dankbar dafür, dass du mir immer den Rücken freigehalten hast“, sagt Norbert und schaut seine Frau dabei wertschätzend an. „Auf dich konnte ich mich immer verlassen.“ Und tatsächlich hat Irmgard dafür gesorgt, dass Norbert sich voll auf seinen neuen Beruf konzentrieren konnte. „Ich habe ihm ein schönes Heim geschaffen, später auf unsere drei Kinder aufgepasst und den Alltag organisiert. Norbert sollte nach seinen Reisen und Auftritten gerne nach Hause kommen und sich ebenso auf uns freuen wie wir uns auf ihn.“

Kein Hausmütterchen
Wenn jetzt jedoch der Eindruck entstanden ist, Irmgard wäre ein „Hausmütterchen“, dann täuscht das. Die gebürtige Holsterhausenerin steht mit beiden Beinen im Leben und übernahm bei den diversen Hausumbauten nicht nur die „Bauleitung“ und packte tatkräftig mit an, sie behielt auch die Finanzen im Blick und kümmerte sich um die Organisation des Familienalltags.
Als ihre drei Kinder noch klein waren, später auch in den Sommerferien, fuhr Irmgard mit ihnen zu Norberts Dreharbeiten nach Köln und schnupperte Filmluft. „Dort sprang ich gelegentlich ein, wenn spontan eine Statistin oder ein Double für einen kleinen Stunt gebraucht wurde, wie beispielsweise für Frau Rotkohl im ‚Sams‘. In einer Tatort-Szene wurde ich überfallen. Dass der Täter dabei jedoch so stark zuschlagen würde, damit rechnete ich allerdings nicht“, lacht sie. Doch die damalige Arzthelferin jammerte nicht, sondern ging am nächsten Montag wieder zur Arbeit.
Nebenbei Managerin für ihren Mann
Irmgard bildete sich zur Heilpraktikerin weiter und führte zunächst eine Praxis im Freizeitbad Atlantis, später dann im eigenen Haus. Trotz eigener Patienten fand sie Zeit für Terminabsprachen, die sie für ihren Mann übernahm. „Allerdings habe ich stets alle Anfragen für Koch- oder andere Liveshows, bis auf einen gemeinsamen Auftritt mit Atze Schröder, abgesagt. Norbert wollte es einfach nicht“, betont sie.
So wurde Irmgard in den letzten Jahren zu einer Art Managerin für ihren Mann.
2022 lief nach 15 Jahren Norberts Vertrag als Markenbotschafter der Raiffeisenmärkte aus, seine Herz-OP zwang ihn zu einer Pause und er wollte nun generell kürzertreten. Daher übernahm seine Frau die Aufgaben seines früheren Managements und nach dem Motto „Neue Besen kehren gut“, erneuerte die empathische und gleichzeitig auch resolute 62-Jährige Norberts Autogramm- und Visitenkarten und gestaltete seine Webseiten neu. „Ich fotografiere selbst, denn es macht mir einen riesigen Spaß, und bei mir gibt sich Norbert auch ganz natürlich. Ich glaube, das ist auch auf den Fotos zu erkennen. Die Ideen zur Gestaltung habe ich zwar selbst, aber die Ausführung überlasse ich lieber den Profis.“
Irmgard Heisterkamp und ihre kreative Seite
Dass Irmgard durchaus sehr kreativ ist, beweist sie auch in den kleinen Facebook-Videos mit ihrem Mann und seinem Freund „Maddin“ Schneider, die sie sich ausgedacht und gefilmt hat. Und last but not least zeigt Irmgard auch, dass ihr Schreiben liegt. Gemeinsam mit Norbert verfasste sie seine Biografie „Wenn ich morgen nicht komme, dann bin ich beim Film“. „Da ich viele Vorkommnisse während unserer gemeinsamen Jahre notiert habe, konnten wir gut darauf zurückgreifen.“
Trotz ihrer Bekanntheit sind beide bodenständig geblieben. Hier in Dorsten sind sie vielen Menschen vertraut und können daher oft unbeschwert ausgehen, große Menschenansammlungen meiden sie allerdings. Vielmehr reisen sie zusammen und entdecken gemeinsam neue Orte.




























