Mit ihrer frischen, modernen und zugleich liebevoll respektvollen Interpretation ist es der Dorstener Regisseurin Cirsten Piduhn gelungen, dem altbekannten Märchen neues Leben einzuhauchen. Die Aufführung in der Aula des Petrinum Gymnasiums Dorsten zeigte am 5. Dezember eindrucksvoll, wie ein vermeintlich „eingestaubter“ Stoff mit Humor, Herz und einer kräftigen Prise Gegenwart neu aufblühen kann.
Vertrauter Plot, frech und modern erzählt
Der Plot ist vertraut – und doch überraschend schräg, bunt und herrlich frech inszeniert, ohne je ins Alberne abzurutschen. Cinderella träumt weiterhin von einem besseren Leben und davon, ihrer herrischen Stiefmutter sowie den zwei herrlich überzeichneten Stiefschwestern Birte und Dörte entkommen zu können. Gleichzeitig sucht der königliche Hof verzweifelt nach einer geeigneten Gemahlin für den Prinzen. Die Tonalität bleibt dabei geerdet, charmant und stets treffsicher im Humor.

Neu gezeichnete Figuren mit Augenzwinkern
Es sind vor allem die liebevoll und mit viel Augenzwinkern neu gezeichneten Charaktere, die dem altbekannten Cinderella-Märchen eine überraschend frische Note verleihen. Ein schwerhöriger König, der nur zu gerne ein Nickerchen hält, eine übereifrige Königin, die ihrem Sohn kurzerhand eine Talentshow organisiert, und eine verträumte Cinderella, die von ihrer Stiefmutter mit einem Zaubertrank ruhiggestellt wird, sobald sie zu viel nachdenkt. Das Publikum lachte herzhaft, spürte jedoch zugleich immer wieder die emotionale Wärme zwischen den Zeilen.

Zeitgemäße Botschaften, die berühren
Inhaltlich wurde Cinderella feinfühlig ins Hier und Jetzt geholt. Die Botschaft, an sich zu glauben, selbst wenn andere versuchen, einen kleinzuhalten, berührt. Der Prinz wünscht sich, für die Unterdrückten einzustehen, während der König lieber Nickerchen macht und seine Frau mit Begeisterung Fest um Fest plant.

Starke Auftritte: Das Ensemble überzeugt
Ein besonderes Highlight war die originell verdrehte Interpretation der guten Fee, brillant gespielt von der Dorstenerin Annette Krieger. Auch gesanglich begeisterte das Ensemble. Besonders Janni Deffte als Prinz Christopher und Anna Maggaß als Diener Buttons überzeugten mit kraftvollen Stimmen und großer Spielfreude. Und selbst die chaotisch-verpeilte Birte, gespielt von Carry Rensmann, überraschte mit einem eindrucksvollen Gesang und großer Bühnenpräsenz.

Ein humorvolles, warmherziges und musikalisch beeindruckendes Märchen für Groß und Klein – zum Lachen, Staunen und Wohlfühlen.
Vorhang auf für weitere Termine
Im Dezember gastiert das Ensemble noch in Bottrop, bevor es im Januar und Februar für zwei weitere Aufführungen nach Dorsten zurückkehrt. Eine wunderbare Gelegenheit für alle, die Cinderella noch erleben möchten – oder sich das märchenhafte Spektakel ein zweites Mal gönnen wollen.




























