StartAllgemeinWeihnachtsansprache von Bürgermeister Tobias Stockhoff 2025

Weihnachtsansprache von Bürgermeister Tobias Stockhoff 2025

Veröffentlicht am

Liebe Dorstenerinnen und Dorstener,

hinter mir sehen Sie ein Kunstwerk, das Ihnen in Dorsten vielleicht begegnet ist. Das Werk der Dorstener Künstlerin Brigitte Stüwe besteht aus vielen dünnen, roten Fäden, kreuz und quer auf einer Platte gespannt. Wenn Sie ganz nahe herangehen, sehen Sie nur ein verknotetes Durcheinander, vielleicht ein bisschen chaotisch. Aber wenn Sie ein Stück zurücktreten, wenn Sie das Ganze betrachten, dann erkennen Sie ein Wort, das große Kraft für unser Miteinander hat und das ein wichtiges Motiv ist in unserem Dorstener Stadtdialog für Menschenwürde, Demokratie und eben auch Respekt.

Anzeige
Anzeige von Ohrwerk Hörgeräte: Fit im Ohr. Fit für den Alltag.

Dieses Kunstwerk wandert aktuell durch unsere Stadt und ist zu Gast an Orten, wo Respekt gelebt wird. Über die Feiertage steht es hier im Feuerwehrgerätehaus des Löschzuges Altstadt, der im Jahr 2026 sein 150-jähriges Bestehen feiert.

Dieses Kunstwerk passt auf besondere Weise zum Weihnachtsfest. Denn dieses Fest beginnt im Stall von Bethlehem nicht mit Glanz und Gloria, nicht mit Macht und Stärke. Dieses Fest beginnt mit einem Kind in einer Krippe. Gott kommt nicht mit Macht, nicht als Herrscher, nicht als Krieger. Er braucht nicht mehr Platz als eine Wiege voller Stroh. Er drängt sich nicht auf. Er kommt als Säugling. Wehrlos. Angewiesen auf Fürsorge, auf Liebe. Und gerade mit dieser Schutzlosigkeit zeigt Gott den Menschen seinen tiefsten Respekt.

Gott offenbart darin sein Geheimnis. Er wird zu einem Angebot an uns Menschen. Er ist wie jedes Kind ein Geschenk, welches man annehmen muss. Er vertraut sich menschlicher Hilfe an. Weihnachten ist deshalb das Fest der Liebe zum Mitmenschen und ein Fest des Respekts, den wir füreinander empfinden.

Diese Botschaft findet sich auch in einem Lied wieder, das viele von uns kennen: „The Little Drummer Boy“. Das Lied erzählt eine Geschichte, die so schlicht wie berührend ist. Ein kleiner Junge hat nichts, was er dem neugeborenen Kind in der Krippe schenken könnte. Kein Gold, keine kostbaren Dinge. Nur sein Talent und seine Trommel. Nur seinen Rhythmus und im Herzen. Und so spielt er. Einfach. Ehrlich. Und das Wunder geschieht. Dieses kleine, unscheinbare Geschenk wird angenommen. Es wird wertvoll, weil es aus Liebe kommt.

Das ist die Botschaft des Liedes. Nicht die Größe des Geschenks zählt, sondern die Haltung, mit der es gegeben wird. Es zählt nicht Glanz, sondern innere Hingabe, nicht Perfektion, sondern Aufrichtigkeit.

Wenn wir auf unsere Feuerwehr schauen und auf viele Ehrenamtliche in unserer Stadt, dann erkennen wir genau diese Haltung wieder. Hier im Löschzug Dorsten-Altstadt lebt diese Bereitschaft, zu geben, genauso wie an unzähligen anderen Stellen in unserer Stadt in Bildung, im Sozialen, im Tierschutz, im Umweltschutz, in Kunst, Kultur und Musik oder der Kinder- und Jugendarbeit.

Hier im Löschzug treffen wir Frauen und Männer, die im Ehrenamt bereitstehen. Menschen, die ihre Zeit, ihre Kraft und manchmal auch ihre eigene Sicherheit, ihr Leben einsetzen, um anderen unter dem Motto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ zu helfen. Nicht, weil es ihnen nützt. Nicht, weil es selbstverständlich wäre. Sondern aus Respekt vor dem Mitmenschen. Und aus Liebe zum Mitmenschen, aus Nächstenliebe.

Jeder Einsatz, jede Übung, jede Nacht, in der der Melder klingelt, ist ein Stück gelebter Nächstenliebe. Ein Stück „Little Drummer Boy“. Ein Geschenk, das nicht aus Gold besteht, sondern aus Hingabe zur Aufgabe.

Und so wie die roten Fäden hinter mir das Wort Respekt formen, so formen auch viele kleine Taten, viele kleine Gesten, viele kleine Dienste ein großes Ganzes, das Netzwerk einer Stadtgemeinschaft, die füreinander einsteht.

Weihnachten erinnert uns daran, dass wir alle Teil dieses Geflechts sind. Dass wir Fäden in der Hand halten, die unserer Gesellschaft Halt und Stabilität geben. Und dass jeder von uns etwas beitragen kann, sei es groß oder klein.

Möge die Weihnachtsbotschaft uns den Mut und die Hingabe schenken, einander mit Respekt zu begegnen. Möge sie uns die Kraft geben, füreinander da zu sein.

Und so wünsche ich Ihnen und Ihren Familien von Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen für das neue Jahr 2026.

Ihr Bürgermeister
Tobias Stockhoff

Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google uebermittelt.

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Östricher Bürgerforum sucht Talente für den Dorstener Kultursommer

Musik, Comedy, Theater oder Tanz: Beim Dorstener Kultursommer haben Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, ihr Können vor Publikum zu präsentieren. Das Östricher Bürgerforum lädt am...

Mehr Personal an NRW-Schulen: Höchster Zuwachs seit über 40 Jahren

Die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Schulministeriums arbeiten heute rund 12.600 Menschen mehr an den Schulen...

Dorsten setzt Strategie gegen Eichenprozessionsspinner fort

Dorsten setzt 2026 weiter auf feste Prioritäten und den digitalen Raupenmelder gegen Eichenprozessionsspinner.

Raub am Bahnhof Dorsten: Polizei sucht zwei Tatverdächtige mit Öffentlichkeitsfahndung

Nach einem Raub am Dorstener Bahnhof sucht die Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei bislang unbekannten Tatverdächtigen. Sie sollen am Nachmittag des 22. Februar 2026...

Klick mich!