Die deutsche Migrationspolitik hat sich im letzten Jahr drastisch verändert. 2025 verabschiedete der deutsche Bundestag einen Entschließungsantrag zur Migrationsbegrenzung. Dabei ist im Grundgesetz das Recht auf Asyl fest verankert. Diesen Konflikt und die Krisen an Europas Grenzen, vor allem im Mittelmeer, thematisiert der Film „Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“.
Das Central Kino in Holsterhausen zeigte am Sonntagmorgen um 11 Uhr den mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm. Mehr als 120 Personen füllten den großen Saal des Kinos 1. Die Idee kam von der Dorstener Integrationsbehörde und „Dorsten gegen Rechts“. In Zusammenarbeit mit dem Kino Holsterhausen wurde ein Platz geschaffen, um sich mit den Krisen der Migrationspolitik auseinanderzusetzen. „Die Medien reden von einem Migrationsproblem hier in Deutschland. Aber wir fragen uns: Was bedeutet das für den einzelnen Menschen? Was sind die gesellschaftlichen Hürden? Wir wollen mit dem Film zeigen, wie das Schicksal der aussieht. Vor allem, seit dem Entschließungsantrag aus 2025″, erklärt Meryem Ebeling von der Dorstener Integrationsagentur.
Die Anfangsszene von „Kein Land für Niemand“ zeigt einen Rettungseinsatz der Sea-Watch im Mittelmeer. Der Film gibt Geflüchteten eine Stimme und zeigt Einblicke in ihr Leben vor der Flucht. „Ich war 15, als ich einen 70 Jährigen Mann heiraten sollte. Mir wurde gesagt, dass ich es nirgendswo besser hätte. Das liegt jetzt in Gottes Hand“, so eine Geflüchtete im Film.
Möglichkeit zum Austausch nach dem Film
Für rund eine halbe Stunde unterhielten sich die Zuschauer nach dem Film über die Szenen in der Doku. Die Rückmeldung: Viele empfanden den Film als bedrückend, rührend, aber vor allem wichtig. Eine Lehrerin vom Paul-Spiegel Berufskolleg hat gesagt, dass sie den Film ihren Klassen zeigen möchte. Auch für Dorsten gegen Rechts und die Integrationsagentur gab es positive Rückmeldung. Der Eintritt war zwar gratis, es wurden aber über 600 Euro an Spenden eingenommen.
Sie wollen arbeiten, aber der staat lässt es nicht zu
Auch bei Ralph Gorski (Dorsten gegen Rechts) hinterlässt der Film einen bleibenden Eindruck: „Das hat mich schon mitgenommen. Es wurden menschenverachtende Szenen gezeigt, es wurde nichts zensiert. Die Zustände in Flüchtlingsheimen und die Ablehnung in Deutschland sind sehr heftig. Sie wollen arbeiten, aber der Staat lässt es nicht zu. Die langweilen sich in den Heimen zu Tode. Ein Zitat hat mich besonders mitgenommen: Es gibt keine legale Möglichkeit mehr, nach Europa zu kommen.“




























