Bei meinem letzten Besuch im Getränkemarkt stolperte ich an der Leergut-Rückgabe über Kästen voller geleerter Mineralwasser-, Apfelschorle- und anderer Softdrink-Flaschen. Auch alkoholfreie Bierpullen wanderten auf dem Laufband ihrem Recycling entgegen.
„Na, auch einen ,Dry January‘ eingelegt?“, fragte ich einen Mittvierziger, der verdrießlich seine 0,0-Promille-Weißbier-Dosen in den „Zerquetscher“ steckte. „Jau“, antwortete der, „meine Frau meinte, uns würde eine gesunde Pause nach den fetten Feiertagen mal ganz guttun.“ Und er fügt seufzend hinzu: „Ist schon blöd, dass wir nur 17 tolle Karnevalstage hatten, bevor der Aschermittwoch am 18. Februar schon wieder die Fastenzeit eingeläutet hat.“
Alkoholfrei liegt im Trend. Offensichtlich verzichten immer mehr Deutsche auf den alkoholischen Kick. So meldete doch kürzlich die Getränkeindustrie, dass der Absatz von Bier hierzulande im Jahr 2025 so stark gesunken sei, wie nie zuvor: Minus 6,0 Prozent – das entspricht 7,8 Milliarden Liter! Auch Wein rinnt spärlicher durch deutsche Kehlen: Im Schnitt trank statisch gesehen im vergangenen Jahr eine Person eine Flasche Wein weniger als zuvor.
Eigentlich ein guter Trend, den das Gesundheitsministerium laut bejubeln dürfte. Aber es gibt ja auch Freunde anregender Getränke, die es vorziehen, in der Fastenzeit auf andere Dinge als auf Alkohol zu verzichten: Zum Beispiel aufs Fernsehgucken oder Fleisch essen, aufs Rauchen oder Fluchen, aufs Smartphone oder Internet, auf Süßes oder Saures.
Zudem soll es kreative Zeitgenossen geben, die verzichten 40 Fastentage auf die Schlummermodus-Snooze-Taste am Wecker und springen schlaftrunken direkt aus dem Bett. Ich habe auch schon von Leuten gehört, die die Fastenzeit für eine „Selbstbeherrschungs-Challenge“ nutzen und sich nicht mehr kratzen, wenn es juckt.
Jetzt wollt Ihr sicherlich wissen, auf was ich in diesem Jahr verzichte. Okay, ich verrate es euch: auf die Fastenzeit!




























