Wer derzeit zwischen Wulfen und Dorsten unterwegs ist, entdeckt neben der Straße „An der Wienbecke“ große Erdarbeiten auf freiem Feld. Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich, was dort entsteht. Tatsächlich handelt es sich um ein Rohrlager für den Bau zweier wichtiger Wasserstoffleitungen, die in den kommenden Monaten rund um Dorsten verlegt werden sollen.
Auf der Fläche werden große Stahlröhren gelagert, die später für die Leitungen Dorsten–Marl (DoMa) und Dorsten–Hamborn (DoHa) benötigt werden. Beide Projekte sind Teil des geplanten Wasserstoffkernnetzes in Deutschland und spielen eine wichtige Rolle für die Energiewende in Nordrhein-Westfalen.

Rohrlager als Vorbereitung für Leitungsbau
Der Lagerplatz an der Wienbecke dient als zentrale Zwischenstation für die angelieferten Rohrsegmente. Von dort aus werden sie nach und nach zu den jeweiligen Baustellen transportiert. Die derzeit sichtbaren Erdarbeiten gehören zu den vorbereitenden Maßnahmen für den eigentlichen Leitungsbau.
Neben der Einrichtung von Lagerflächen gehören auch Rodungsarbeiten und weitere Bauvorbereitungen zu den ersten Schritten. Die Hauptbauarbeiten sollen im Frühjahr 2026 beginnen.

Genehmigung bereits Ende 2025 erteilt
Die Bezirksregierung Münster hat am 16. Dezember 2025 die Planfeststellungsbeschlüsse für die Leitungen DoMa und DoHa im Abschnitt Münster erteilt. Somit liegt die rechtliche Grundlage für Bau und Betrieb der Leitungen vor.

Dorsten nimmt bei diesen Projekten eine Schlüsselrolle ein. Beide Leitungen starten dabei in der Stadt und verbinden sie mit wichtigen Industrie- und Wirtschaftsstandorten im Ruhrgebiet.
Wasserstoff für Stahl und Chemie
Die Leitung Dorsten–Hamborn soll künftig Wasserstoff von Dorsten in Richtung Duisburg transportieren. Dort ist unter anderem die Stahlproduktion von thyssenkrupp Steel Europe ein wichtiger Abnehmer. Wasserstoff gilt als zentraler Baustein, um die Stahlindustrie klimaneutral umzubauen.

Die Leitung Dorsten–Marl verbindet Dorsten mit dem Chemiepark Marl. Dort besteht ein wachsender Bedarf an Wasserstoff, der über das Netzwerk der Initiative GET H2 bereitgestellt werden soll. Viele Unternehmen im Chemiepark planen langfristig eine Umstellung ihrer Produktion auf klimafreundliche Verfahren.

Weiterer Bauabschnitt folgt später
Während die Bauarbeiten im Regierungsbezirk Münster im Frühjahr 2026 starten sollen, ist ein weiterer Abschnitt der Leitung Dorsten–Hamborn noch im Genehmigungsverfahren. Das betrifft den Bereich der Bezirksregierung Düsseldorf. Der Bau dieses Teilstücks ist derzeit für das Jahr 2027 vorgesehen.

Mit den Vorbereitungen an der Wienbecke wird der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur rund um Dorsten nun erstmals sichtbar. Die Stadt entwickelt sich somit zunehmend zu einem wichtigen Knotenpunkt für die Energieversorgung der Zukunft.




























