Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Ehrenamt waren der Einladung der CDU Dorsten gefolgt und kamen zum Jahresempfang im Landgasthof Haus Schult in Gahlen zusammen. Rund 200 Besucher nutzten die Veranstaltung zum Austausch über aktuelle politische Themen sowie über wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in Dorsten und der Region.
Im Mittelpunkt des Vormittags standen Beiträge von Jan Heppner als stellv. Bürgermeister, der Festrednerin Kathrin Gödecke, Vizepräsidentin der IHK Nord Westfalen und Sprecherin des Vorstandes der Emscher-Lippe-Region der IHK, Bürgermeister Tobias Stockhoff sowie dem Bundestagsabgeordneten Nicklas Kappe.
Begrüßung durch Jan Heppner
Den Auftakt machte der Stadtverbandsvorsitzende Jan Heppner. Er begrüßte die Gäste und freute sich über die große Resonanz auf die Veranstaltung. „Auch in diesem Jahr dürfen wir wieder fast 200 Gäste begrüßen und gemeinsam ins Gespräch kommen. Vielen Dank, dass Sie alle hier sind“, sagte Heppner.

Bei der Vorbereitung seiner Begrüßung habe er auf das vergangene Jahr zurückgeblickt. Dabei sei ihm aufgefallen, wie schnell politische Ereignisse wieder in den Hintergrund treten, sobald der Alltag weitergehe. „Man merkt, wie schnell man einen Bundestagswahlkampf oder auch eine Kommunalwahl wieder vergisst, wenn der Alltag weiterläuft.“
Heppner dankte besonders den vielen Parteimitgliedern und ehrenamtlich Engagierten für ihre Unterstützung. „Ohne die Arbeit unserer Ratsmitglieder und der Ortsverbände wäre vieles nicht möglich. Das ist eine echte Teamleistung.“
Dorsten auf Kurs: Holger Krajewski sieht Chancen für die Stadt
Nach der Begrüßung durch Jan Heppner übernahm Holger Krajewski das Wort. Er stellte sich den Gästen erstmals in seiner neuen Funktion als Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Dorsten vor und ging auf die politische Entwicklung der Stadt ein.

Dabei sprach er auch über die finanziellen Herausforderungen der Kommunen. Viele Städte stünden unter Druck, weil Aufgaben und gesetzliche Vorgaben stetig zunähmen. „Die finanzielle Lage unserer Stadt, insbesondere mit Blick auf die kommenden Jahre, ist ernst“, sagte Krajewski. Gleichzeitig betonte er, dass diese Entwicklung nicht durch Fehlentscheidungen vor Ort entstanden sei. „Dorsten hat solide gewirtschaftet, Verantwortung übernommen und Schulden abgebaut.“
Die eigentlichen Ursachen lägen aus seiner Sicht in strukturellen Problemen der kommunalen Finanzierung. Aufgaben für Städte würden zunehmend ausgeweitet, während gleichzeitig Erwartungen und Standards steigen. Dennoch zeigte sich Krajewski überzeugt, dass Dorsten gute Voraussetzungen habe, um sich weiter positiv zu entwickeln. „Dorsten zeigt, dass es funktionieren kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“
Entscheidend sei deshalb, weiterhin verlässliche Bedingungen für Unternehmen, Arbeitsplätze und Investitionen zu schaffen. Nur so könne die Stadt auch in Zukunft wirtschaftlich stabil bleiben und neue Entwicklungschancen nutzen.

Festrede zur wirtschaftlichen Lage
Als Festrednerin sprach Kathrin Gödecke, Vizepräsidentin der IHK Nord Westfalen und Sprecherin des Vorstandes der Emscher-Lippe-Region. In ihrem Vortrag zeichnete sie ein zurückhaltendes Bild der wirtschaftlichen Lage. Nur rund zehn Prozent der Unternehmen rechneten aktuell mit einer wirtschaftlichen Erholung. Die Mehrheit gehe eher von einer Phase des Stillstands aus, während fast ein Drittel sogar eine weitere Verschlechterung erwarte.

Als wichtigste Ursachen nannten Unternehmen vor allem die schwache Inlandsnachfrage und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Beide Faktoren würden inzwischen kritischer bewertet als noch im vergangenen Herbst. Hinzu kämen steigende Arbeitskosten sowie weiterhin hohe Energie- und Rohstoffpreise. Auch Bürokratie belaste viele Betriebe erheblich. „All das bremst Investitionen und damit auch wirtschaftliches Wachstum“, erklärte Gödecke. Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass die Region bereits mehrfach erfolgreich Strukturwandel bewältigt habe. „Unsere Region hat immer wieder gezeigt, dass sie Transformation kann.“
Als Beispiel nannte sie auch die Entwicklung in Dorsten. „Dorsten zeigt, dass es funktionieren kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“ Aus Sicht der Wirtschaft müsse Nordrhein-Westfalen stärker als attraktiver Investitionsstandort auftreten. „Wir müssen sichtbar, präsent und aktiv dafür werben, dass unsere Region ein attraktiver Standort für Investitionen ist.“
Schlusswort von Nicklas Kappe
Zum Abschluss des Jahresempfangs sprach der Bundestagsabgeordnete Nicklas Kappe. In seinem Schlusswort ging er auf aktuelle politische Reformvorhaben ein und warb für eine realistische Betrachtung politischer Entscheidungen.

Dabei verwies er unter anderem auf Reformüberlegungen im Bereich des Sozialstaates sowie auf Maßnahmen zum Bürokratieabbau. „Man muss sich immer fragen, vor welchem Hintergrund Entscheidungen getroffen werden und welche Alternativen tatsächlich bestehen“, sagte Kappe.
Mit Blick auf den Internationaler Frauentag richtete er zudem einen besonderen Gruß an die anwesenden Frauen. „Wir brauchen nicht nur die Frauen, die im Rampenlicht stehen, sondern auch die vielen Frauen im Hintergrund, ohne deren Einsatz vieles nicht funktionieren würde.“

Junge Stimme begeistert beim Jahresempfang
Musikalisch begleitete die Dorstener Schülerin Hermine Beil den Jahresempfang der CDU Dorsten. Die 15-Jährige ist bereits bei landesweiten Wettbewerben wie „Jugend musiziert“ erfolgreich aufgetreten. Beim Empfang in Gahlen präsentierte sie mehrere Gesangsstücke und beeindruckte damit das Publikum. Viele Gäste zeigten sich von ihrer Stimme begeistert. Für ihren Auftritt erhielt die junge Sängerin großen Applaus. Am Ende forderten die Zuhörer eine Zugabe, die Hermine Beil ebenfalls gern gab und dafür erneut viel Beifall bekam.




































