In der Nacht zu Freitag ist es im Dorstener Stadtteil Wulfen-Barkenberg zu einem Großeinsatz der Feuerwehr gekommen. Gegen 22.45 Uhr wurden die Einsatzkräfte zunächst mit dem Stichwort „Wohnungsbrand“ alarmiert. Noch auf der Anfahrt verdichteten sich jedoch die Hinweise auf eine deutlich gefährlichere Lage. „Es wurden hier viele Personen gemeldet, weshalb auf Menschenleben in Gefahr erhöht worden ist“, erklärte Feuerwehrsprecher Jan Heppner.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte drang dichter Rauch aus dem Kellerbereich in das Mehrfamilienhaus. Das Treppenhaus als zentraler Fluchtweg war bereits teilweise verraucht – eine besonders kritische Situation bei Bränden im Keller. Die Feuerwehr leitete umgehend die Evakuierung ein. Einige Bewohner konnten sich selbst ins Freie retten, rund zehn weitere Personen wurden von den Einsatzkräften aus dem Gebäude gebracht. Die Rettung erfolgte unter Atemschutz und mithilfe von Fluchthauben, um sie vor giftigen Rauchgasen zu schützen.

Evakuierung und Kontrolle aller Wohnungen
Parallel zur Evakuierung kontrollierten die Einsatzkräfte systematisch sämtliche Wohnungen. In solchen Lagen ist oft unklar, ob sich noch Personen in den Räumen befinden. „Da wir uns aber nicht ganz sicher waren, ob alle Personen auch an den Wohnungstüren geöffnet haben, haben wir einen Sicherheitstrupp im Treppenraum platziert“, erläuterte Heppner das Vorgehen.

Eine besondere Herausforderung stellte eine bettlägerige Person dar. Anstatt sie durch den verrauchten Treppenraum zu retten, entschieden sich die Einsatzkräfte für eine alternative Lösung. „Wir haben einen Überdruck in der Wohnung eingerichtet, sodass kein Rauch eindringen kann und deshalb keine Rettung erforderlich war“, so Heppner. Dadurch konnte eine zusätzliche Gefährdung vermieden werden.

Schwierige Bedingungen im Keller
Die eigentliche Brandbekämpfung begann erst nach Abschluss der Menschenrettung. „Um den Treppenraum freizuhalten und die Fluchtwege zu sichern, haben wir mit der Brandbekämpfung gewartet“, erklärte der Feuerwehrsprecher. Anschließend wurde der Keller von zwei Seiten aus erkundet.

Der Brandherd befand sich schließlich in einem Kellerraum. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig: „Als wir gesehen haben, dass knietief Unrat auf dem Boden liegt, mussten wir diesen nach und nach auseinanderziehen“, schilderte Heppner. Ziel war es, versteckte Glutnester aufzuspüren und ein Wiederaufflammen zu verhindern.

Feuerwehr-Einsatz mit rund 45 Kräften
Auch die bauliche Situation erschwerte den Einsatz. Enge Hinterhofstrukturen verhinderten den Einsatz einer Drehleiter von der Gebäuderückseite. Zudem hielten sich zahlreiche Bewohner und Schaulustige in der Nähe auf, teils auch auf Balkonen angrenzender Häuser. Die Feuerwehr forderte sie auf, sich zurückzuziehen, um keine Rauchgase einzuatmen.

Insgesamt waren rund 40 bis 45 Einsatzkräfte im Einsatz, darunter neben der hauptamtlichen Wache auch mehrere Löschzüge sowie eine Hygienekomponente. Parallel wurde der Grundschutz für das Stadtgebiet sichergestellt. „Kellerbrände sind immer ein großer Aufwand und bergen viele Gefahren und Überraschungen“, betonte Heppner.
Der Einsatz dauerte rund ein bis anderthalb Stunden. Zur Brandursache liegen derzeit noch keine Erkenntnisse vor. Die Ermittlungen dauern an.




























