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Auf nach Griechenland: Johannes Düpmann war wieder unterwegs

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Kommt Ihnen der Mann auf den Fotos bekannt vor? Es ist Johannes Düpmann, der vor drei Jahren gemeinsam mit seinem besten Freund Stefan im Kanu bis ins Schwarze Meer paddelte. Schon damals berichtete ich über das außergewöhnliche Abenteuer der beiden. Die Abenteuerlust ist geblieben, nur das Fortbewegungsmittel und das Ziel haben sich geändert: Die zwei waren mit dem Rad nach Griechenland unterwegs.

Start mit Zugpanne

Am 2. Mai dieses Jahres ging es los. Johannes packte seine Satteltaschen, betrat mit seinem E-Bike den Bahnhof und stellte schnell fest, dass die Tour mit einer unerwarteten Herausforderung begann. „Der geplante Zug fiel einfach aus“, erzählt er. Trotzdem schaffte er es rechtzeitig zu seinem Freund nach Nürnberg, von wo die Tour starten sollte.

Insgesamt hatten die beiden 29 Tage eingeplant. Johannes’ Rückflugtermin stand fest, dazu hatte er vorsichtshalber aber noch vier Tage Puffer eingebaut. Am Ende benötigten sie lediglich 27 Tage für die Strecke, inklusive zwei Regentagen, die sie für Besichtigungen in Rijeka, Zadar, Split und Dubrovnik nutzten.

Johannes Düpmann und Stefan Pautsch mit Fahrradhelmen und Warnwesten vor dem Start der Tour
Es kann losgehen, Johannes Düpmann und Stefan Pautsch sind startklar. Foto: privat

Zehn Länder auf dem Weg nach Süden

Die Route führte die beiden durch insgesamt zehn Länder. Und bereits die ersten Tage hatten ihren besonderen Reiz. „Es war ein erhabenes Gefühl, die Alpen am Horizont auftauchen zu sehen“, erzählt mir Johannes. Bereits am vierten Tag erreichten sie Österreich, am siebten Tag Slowenien und am neunten Tag Kroatien, ihre längste Etappe. Ab Tag 18 folgten Bosnien-Herzegowina, wieder Kroatien, ein Tag in Montenegro, Albanien, Nordmazedonien und schließlich Griechenland.

Unsere Tour steigerte sich von perfekt über gefährlich bis zum Schluss hin zu anstrengend

Johannes Düpmann

„Die Radwege durch Bayern, Österreich, Italien und Slowenien waren wirklich hervorragend. Dazu kamen traumhafte Landschaften. In dieser Phase haben wir durchschnittlich etwa 100 Kilometer pro Tag geschafft.“

Doch die Touren änderten sich im weiteren Verlauf deutlich. Je weiter sie Richtung Balkan fuhren, desto anspruchsvoller wurde die Reise. „Die Tour steigerte sich von perfekt über gefährlich bis zum Schluss hin zu anstrengend“, bringt es der Holsterhausener auf den Punkt.

Er fährt fort: „Bis Slowenien war alles nahezu perfekt. Danach kamen teilweise katastrophale Schotterpisten, Baustellen, eingestürzte Brücken und Wege voller Steine, sodass wir unsere Fahrräder oft über Hindernisse hinwegtragen mussten.“

Besonders die kroatische Küstenstraße blieb Johannes in Erinnerung. „Es gab Tage, da kamen wir ans Ende unserer körperlichen Kondition und auch unserer seelischen Verfassung. Neben uns ging es teilweise 300 Meter in die Tiefe, ohne Brüstung, ohne Leitplanken und ohne Fangnetz. Gleichzeitig überholten uns Autos, während der Gegenverkehr kam. Da stand uns verdammt oft der Schweiß auf der Stirn.“

Anstrengende Etappen auf dem Balkan

Erst hinter der Insel Raab wurde der Verkehr deutlich ruhiger, aber die jeweils drei Tage durch Albanien und durch Nord-Mazedonien waren dennoch sehr anstrengend. Hohe Berge und die enormen Höhenunterschiede forderten die beiden sehr.

Serbisch-orthodoxe Kathedrale in Bar in Montenegro
Serbisch-orthodoxe Kathedrale in Bar, Montenegro. Foto: privat

„Aber die extrem freundlichen Menschen, denen wir in der Einsamkeit der Natur begegneten, entschädigten uns wieder schnell. In unseren Pausen kamen immer wieder Leute auf uns zu, brachten Obst vorbei und freuten sich, ein wenig mit uns zu sprechen.“ Gerade in den ländlichen Regionen seien solche Begegnungen etwas Besonderes gewesen. „Für viele war das einfach eine willkommene Abwechslung in ihrem Dorfleben.“

Trotz mancher Herausforderungen kam es unterwegs zu keiner einzigen ernsthaften Panne. „Nur eine Schraube hatte sich gelockert. Am Sattel!“, wie Johannes betont. „Zum Glück, denn auf dem Balkan sind Fahrräder nicht verbreitet. Eine Reparaturmöglichkeit hätten wir so leicht sicher nicht gefunden.“

Akkus, Währungen und Offline-Karten

Anfangs buchten die Freunde ihre Unterkünfte vier Tage im Voraus, doch schon bald hatten sie genügend Erfahrung gesammelt und planten nur noch von Tag zu Tag. „Wir mussten ja erst herausfinden, wie weit wir mit einer Akkuladung tatsächlich kommen, und lernten schnell, wie viele Höhenmeter wie viel an Akkuleistung kosten.“

Insgesamt legten Johannes und Stefan beeindruckende 2219 Kilometer zurück und traten dabei stolze 168 Stunden und 54 Minuten in die Pedale. „Die steilste Steigung betrug 13 Prozent und bergab haben wir einmal 60,1 Kilometer pro Stunde erreicht. Da haben die Bremsen aber ordentlich gestunken“, lacht Johannes.

Bergab bei 60,1 Kilometer pro Stunde haben die Bremsen ordentlich gestunken

Johannes Düpmann

Neben den landschaftlichen Veränderungen begegneten den beiden auch weitere Unterschiede. In Bosnien-Herzegowina zahlten sie mit Mark und Pfennig, in Albanien mit dem Lek und in Nordmazedonien mit dem Denar. Ansonsten mit Euro, und auch die Montenegriner zahlen mit dem Euro, obwohl sie noch nicht zur Europäischen Union gehören.

Abendstimmung am Hafen von Dubrovnik mit Booten und Stadtmauer
Abendstimmung in Dubrovnik. Foto: privat

„In den Nicht-EU-Ländern schalteten wir vorsichtshalber unsere Handys aus, und nutzten die Karten offline“, erinnert sich Johannes. „Wir wollten keine bösen Überraschungen bei den Roaming-Kosten erleben. Der Nachteil war dann natürlich, dass wir bei Baustellen, die wir fast magisch anzogen, oft keine Ausweichroute finden konnten.“

Und trotz aller Anstrengungen hatten die beiden nicht ein einziges Mal die Lust am Fahren verloren. Johannes beschreibt mir noch einmal atemberaubende Landschaften und erinnert sich an den Rhythmus, nach dem sie auf der Fahrt lebten.

„Spätestens um halb neun saßen wir nach dem Frühstück auf unseren Rädern, sodass wir am frühen Nachmittag meist unser Tagesziel erreichten. Dann wurde erst einmal gegessen und vor allem regeneriert.“

„Das war auch nötig, denn im Gegensatz zu unserer Paddeltour konnten wir uns zwar bewegen, aber die Abstände, in denen wir unseren Hintern vom Sattel heben mussten, wurden dennoch immer kürzer“, lacht Johannes.

Baustellen haben wir fast magisch angezogen

Johannes Düpmann

Fast am Ziel

Und dann waren sie am 27. Tag fast am Ziel. „Je näher wir ihm kamen, desto stärker veränderte sich auch das Erscheinungsbild der Städte und Dörfer. Wir sahen überall orthodoxe Kirchen und wussten, dass Griechenland immer näher rückte.“

Nach fast vier Wochen, mehr als 2200 Kilometern, zahllosen Anstiegen, schweißtreibenden Tagen, eindrucksvollen Landschaften und vielen Begegnungen erreichten Johannes und Stefan schließlich den Dojransee an der Grenze zwischen Griechenland und Nordmazedonien.

Und es regnete. Und regnete. Und regnete. „Dennoch beschlossen wir, die restlichen 145 Kilometer zu unseren Ferienhäusern durchzufahren.“

„Und ich muss gestehen, dass wir zum Schluss sogar ein Stück Autobahn gefahren sind, da uns ein Fluss den Weg versperrte und es kein Weiterkommen gab.“

Johannes Düpmann und Stefan Pautsch vor einem Schild an der Grenze zu Griechenland
Fast am Ziel. Foto: privat

Vor Ort wurden die beiden Radfahrer von Stefans Frau sowie weiteren gemeinsamen Freunden herzlich empfangen, bevor Johannes eine Woche später wieder zu seiner Familie nach Hause flog. Dass er sich da bereits im Flugzeug Gedanken über eine neue Herausforderung gemacht hat, hat Johannes zwar verneint, aber …

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