Seit über 17 Jahren sind Leo und Thomas mit Maceo befreundet. Sie gingen zusammen in den Kindergarten, wuchsen gemeinsam auf und wurden Freunde fürs Leben. Maceo ist körperbehindert, seine jährlichen Kosten für ärztliche Behandlungen betragen rund 20.000 Euro. Gemeinsam radeln die beiden Brüder durch Europa, um Spenden zu sammeln.
Auf halber Strecke machen die gebürtigen Franzosen in Dorsten halt. Nach einer erfrischenden Dusche erholten sich die Radfahrer bei einem warmen Curry. Gabi Schöneweiß aus Holsterhausen nahm die Radler bei sich auf und bott ihnen Essen und einen Schlafplatz an. „Ich nehme immer mal wieder Radfahrer auf. Als ich dann von ihrer Geschichte erfuhr, war ich natürlich sehr bewegt. Ich bin sehr glücklich, die beiden auf ihrer Reise ein bisschen zu unterstützen.“
Viel haben die zwei Brüder nicht dabei. Außer den Fahrrädern nur ein bisschen Camping-Equipment, Schlafsäcke, Reparaturkits und Kleidung. Außerdem haben sie einen Fahrradcomputer dabei, der ihnen stets die Route anzeigt.

20.000 Euro Arztkosten pro Jahr
Als die zwei Kindheitsfreunde von Marceos Kosten erfuhren, waren sie geschockt. „Für Rehabilitation, Hilfsmittel und weitere Unterstützung entstehen jährlich Kosten von rund 20.000 Euro, die nicht vollständig übernommen werden.. Alleine ein neuer Rollstuhl kostet 10.000 Euro. Wir wussten nicht, dass die Kosten so enorm sind. Uns war sofort klar: Wir wollen unserem Freund helfen.“
Nach knapp 21 Tagen wurden bereits 6400 Euro an Spenden eingenommen. Mittlerweile kriegen sie auch Unterstützung von zahlreichen Sponsoren. Unter anderem die Ô Potager des Candides, ein befreundeter Familienbauernhof in Toulous. Der Verein Hissez Haut Macéo sammelt die Spenden und unterstützt Macéo.
Von Toulouse nach Oslo in 40 Tagen
Von Frankreich nach Norwegen, ganze 3500 Kilometer Radstrecke. Viel Zeit zum verschnaufen haben sie nicht. Nur einmal pro Woche rasten die zwei Franzosen. Pro Tag nehmen sie sich um die 100km vor, einmal schafften sie sogar 150 Kilometer. Die norwegische Hauptstadt stellt das Ziel der Reise da. „Unsere Freunde haben uns empfohlen, nach Norden zu reisen, weil es dort einfach kühler ist und man nicht viel Energie durch Hitze verliert. Außerdem finden wir es schön, in den Norden Europas zu fahren. Das wirkt für uns wie ein runder Abschluss.“

Aber warum überhaupt mit dem Fahrrad? Für Thomas und Leo geht es vor allem um die körperliche Herausforderung: „Jeder kann mit dem Auto nach Oslo fahren. Wir wollen die Challenge annehmen und durch unsere Aktion so Spenden sammeln. Außerdem fahren wir seit unserer Kindheit gerne Fahrrad. Wir sind zwar Amateure, aber wir nehmen jede Herausforderung gerne an.“
Interessante Begegnungen während der Reise
Jede Nacht, ein anderer Schlafplatz. Auf so einer intensiven Reise hat man die ein oder andere interessante Begegnung. In Frankreich trafen wir auf Thomas, ebenfalls Radfahrer. Auch er verfolgt ein besonderes Ziel: „Die Geschichte von Thomas hat uns sehr inspiriert. Während des Corona-Lockdowns war er stark übergewichtig und hat sich fast nur von Fast Food ernährt. Dann hat er den Radsport für sich entdeckt, er drehte sein Leben um 180 Grad. Er nahm rasant ab, lebt jetzt viel gesünder und möchte auf die Folgen vom Fast Food aufmerksam machen.“
In Frankreich gibt es über 1600 McDonalds-Fillialen. Thomas möchte alle miteinander verbinden. „Thomas hat eine Fahrrad-Route mit allen McDonalds in Frankreich erstellt. Er fährt sie jetzt alle ab, um sie per GPS mit einander zu verbinden. Nur er und sein Fahrrad, pro Tag fährt er locker mal 150 Kilometer.“

Außerdem gab er den beiden Brüdern einen Tipp mit, falls die Kräfte verloren gehen: „Egal wie schlecht es einem geht, man muss eine Sache finden, die deinen Tag besser macht. Eine Sache, die dich glücklich macht. Immer wenn wir am Limit sind, denken wir an Maceo, und wie wir für ihn Fahrrad fahren.“
Nächster Stopp: Münsterland
Von Dorsten aus radeln die beiden nach Münster weiter. Von dort aus geht es nach Flensburg, dann nach Dänemark und abschließend nach Norwegen. Die nächsten Kilometer werden aber zum Glück flach ausfallen, viel Steigung gibt es im Münsterland nicht.
Thomas und Leo dokumentieren ihre Reise auf Instagram. Hier findet ihr die aktuellen Updates zu ihrer XXL-Reise. Wenn ihr für Maceo spenden möchtet, könnt ihr das unter diesem Link tun.




























