Gemütlichkeit beim Heimatverein Wulfen ist Trumpf – Der 14. Flachsmarkt am Wulfener Heimathaus lud zum Bummeln, Schlemmen und Erleben ein
WULFEN. Hier ein Schwätzchen, dort ein Schnäpschen, ein Tänzchen, ein paar warme Socken für kalte Wintertag, oder doch vielleicht ein kühles Blondes? Die Gruppen des Geimatvereins sorgten auf dem Flachsmarkt für einen unterhaltsamen Sonntag.
Beim Flachsmarkt am Wulfener Heimathaus konnten die Besucher in gemütlicher Runde gemeinsam mit Freunden und Freundinnen, mit Kindern, Oma und Opa, zur Not auch alleine, einen unterhaltsamen Tag erleben. So drängten sich den ganzen Tag, bei strahlendem Sonnenschein, wieder viele Besucher rund um das Heimathaus.

14. Flachsmarkt war gut besucht
Über 50 Ständen luden zum Bummeln, kaufen und probieren ein. Zum 14. Mal organisierte der Heimatverein den mittlerweile über Wulfens Grenzen hinaus bekannten Flachsmarkt. Den Gästen fehlte es an nichts, denn dafür sorgten die Organisatoren im Vorfeld bestens.

So wie bei den Herren der Bierbraugruppe. Ihr Bier, gut gekühlt und fein herb, floss in Strömen. Gläserspüler und Bodenpersonal kam kaum hinterher, denn immerhin gab es 600 Liter Bier auf Vorrat für diesen Tag. „Da ist ja kaum Druck auf der Pipeline“, bemängelte ein Kunde. „Nee, das muss so sein, sonst kann ich nicht durchzapfen“, war die logische Antwort des unermüdlichen Zapfers.

Seit 13 Jahren braut der Heimatverein Wulfen jährlich rund 1500 Liter Bier für den Eigenbedarf. 18 gestandene Männer sind dafür zuständig. Damit ist das Brauhobby in fester Männerhand und erfüllt auf keinen Fall die Frauenquote.

Kein Problem, denn während sich die Herren der Schöpfung um die „starken und harten Getränke“ kümmerten, gab es einen Stand weiter bei den „Pottkieker“, süße Köstlichkeiten wie Marmelade und Liköre, teilweise mit hochprozentigen Umdrehungen.

Zutaten mit Migrationshintergrund
Alles serviert und hergestellt von zarten Frauenhänden. Diese Leckereien seien alle, wie Susanne Grotehans erklärt, aus heimischen Produkten hergestellt. „Wir nehmen aber auch gerne Früchte und andere Zutaten mit Migrationshintergrund wie Zitronen, Vanille und türkischen Pfeffer“, verriet Susanne Grotehans lachend. Und was der Renner an diesem Tag bei den „Pottkieker“ war, auch das verriet Grotehans. „Der Limoncello und der Lakritzlikör“.

Richtig gute Laune am Likörstand hatten die Wulfener Mädels. Sie kicherten und genossen. Ob das schöne Wetter oder die hochgeistigen Getränke dafür verantwortlich waren, das blieb ein Geheimnis. Jedenfalls war ihr fröhliches Lachen raumfüllend.

Gut gelaunt, aber doch mehr auf ihre Arbeit konzentriert war Maria Krümpel von der Blaudruck-Gruppe. Sie stempelte blaue Muster auf Tücher. Es sah so einfach aus, aber: „Eine ruhige Hand muss man dafür schon haben, sonst wird das nichts“, sagte sie. Und: Gekonnt ist gekonnt und etliche Meisterstücke, gedruckt auf Baumwolle, Leinen oder Halbleinen, wechselten an diesem Tag den Besitzer.

Rundum ein gelungener Tag für alle Wulfener und Menschen aus der Umgebung, die alte Traditionen wie Flachsspinnen, Schmieden, Seile drehen, Spinnen mit Wolle nach Großmutters Art mit Spindel und Spinnrad schätzen und lieben, und darüber hinaus Verfechter von regionalen und deftigen Essen sind, gepaart mit Gemütlichkeit und Unterhaltung.

Petra Bosse




























