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Gleiche Rechte, gleiche Pflichten! Frauenwahlrecht

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„Gleiche Rechte, gleiche Pflichten!“ – Dorstener SPD erinnert an erkämpftes Frauenwahlrecht vor 100 Jahren und überrascht mit einem Antrag

Dorsten (pd). Rund 100 Gäste sind der Einladung der Dorstener Sozialdemokraten ins Gemeinschaftshaus zur Jubiläumsveranstaltung des Frauenwahlrechts gefolgt.

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Mit einer Mischung aus Kurzvorträgen und schauspielerischen Akten versetzte die Dorstener SPD die Gäste in die Zeit der revolutionären Ereignisse vor 100 Jahren.

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Im Anschluss an die Kurzvorträge führten Laienschauspieler/innen kurze Theatersequenzen vor. Hier: Politik ist Männersache. Auch Frauen des Bürgertums hatten keine Rechte. Sie waren lediglich für den Haushalt und die Kindererziehung verantwortlich.

Die SPD Vorsitzende, Jennifer Schug, betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig der Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen in der Gesellschaft sei. Wesels Bürgermeisterin, Ulrike Westkamp, skizzierte in ihrem Beitrag die Rolle der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts: „Das Einzige, was ihr als Hausfrau zustand, war die Schlüsselgewalt über die Speisekammer.“ Was heute wie ein schlechter Witz klingt, war 1919 purer Ernst. In einer kurzen Schauspielsequenz wurde deutlich, dass der Mann und alleiniger Geldverdiener zu dieser Zeit, daraus seine Vorrangstellung autoritär ableitete. An eine Gleichstellung von Mann und Frau in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik war nicht zu denken.

Starke Frauenbündnisse entstanden und erkämpften sich nach und nach ihre Rechte. Auch in Dorsten gab es jene Frauen, erinnerte Dr. Edelgard Moers, Vorsitzende des Heimatbunds der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten, in ihrem Vortrag über die ersten Dorstener Ratsfrauen. Die meisten von ihnen stammten aus bürgerlichen Familien. Die zweite Theatersequenz griff dies auf und machte deutlich, dass auch gebildete Frauen nichts in der Politik zu suchen hatten. „Politik ist Männersache“, rief einer der Schauspieler seiner Partnerin zu.

Beate Pliete, Fraktionsvorsitzende der Halterner SPD, spannte den Bogen zur heutigen Zeit und beklagte, dass der Kampf um die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frau noch nicht abgeschlossen sei. Sie verwies dabei auf die noch immer aktuelle Debatte um „Gleiche Arbeit, gleicher Lohn“ und den Mangel an Frauen in Führungspositionen.

Im Anschluss wurde es laut im Gemeinschaftshaus: verkleidete Frauen erhoben sich von ihren Plätzen und marschierten mit einigen wenigen Männern – symbolisch für die Männer, die vor 100 Jahren die Forderungen der Frauenbewegung unterstützten – skandierend „Gleiche Rechte, gleiche Pflichten“ zur Bühne. Mit Plakaten und Parolen machte die Frauenbewegung auf ihre Forderungen aufmerksam. Eine kurze Videosequenz ordnete das gesehene Schauspiel sowie die Gastbeiträge in einen historischen Gesamtkontext ein.

Jennifer Schug umrahmte mit ihrem Schlusswort die Veranstaltung. Dabei überraschte sie mit einem Antrag der SPD-Fraktion die Gäste, unter ihnen auch Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff. Bei zukünftigen Baugebieten sollen die neuen Straßen nach den ersten Frauen im Dorstener Stadrat sowie der damaligen Gemeindevertretungen der Ortschaften, die später zur Stadt Dorsten eingegliedert worden sind (wie unter anderen die damalige Gemeinde Wulfen), benannt werden.

Den Abschluss fand Jennifer Schug in einer Anekdote aus ihrem Familienleben. Sie erzählte von einem Gespräch mit ihrer Tochter, die gerne ein Ritter sein wollte. „Erst wenn es selbstverständlich ist, dass Frauen überall auf der Welt das Recht haben das zu werden, was sie werden wollen – dazu gehört auch ein Ritter – erst dann, haben wir die Gleichberechtigung von Frau und Mann erreicht!“, sagte Schug und machte zuvor auf die nach wie vor gegebenen grausamen Bedingungen für viele Frauen auf der Welt aufmerksam. 

Marina Meistrowitz, Studentin an der Folkwang Universität, begleitete die Veranstaltung musikalisch.

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