Oldtimerfreunde Lembeck holten alte Geräte aus dem „Schoppen“
Von Marie-Therese Gewert

Lembeck. Historische, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, Verdampfmotoren und altes Handwerk: Beim Heimatfest Lembeck am Krusenhof haben sich große und kleine Besucher auf eine kleine Zeitreise begeben.

Ein plattdeutscher Gottesdienst eröffnet das Fest. Musikalisch begleitet durch die Blaskapelle Harmonie. Danach gibt es viel zu entdecken, das meiste ist hier auf Alt gemacht.
Große Fahrt mit dem Trecker
Georg Bögel der Oldtimer-Freunde Lembeck bietet Trecker-Rundfahrten an. Ein Kind nach dem anderen möchte sich auf große Fahrt mit dem Traktor machen.

Die Oldtimerfreunde Lembeck haben noch weitere alte Geräte aus dem „Schoppen“ herausgeholt. Darunter auch eine Seilerei und einen Standmotor aus dem Jahr 1930. Dieser treibt alle drehenden Teile an. Vom Drehkasten über die Mühle bis hin zur Kreissäge. Allerdings springt der Motor zunächst nicht an.

Die Männer gehen auf Spurensuche, fragend blicken sie sich um. Öffnen den Motor. Schütten Diesel hinein. Gerd Trockel holt eine Rohrzange herbei. Schraubt hier, schraubt da. Kurze Zeit später bewegt sich das Getriebe doch noch. Aufatmen.

Leidenschaftlicher Holzschuhmacher
In einem alten Haus sitzt Heinrich Bösing. Er ist 91 Jahre alt – und nach wie vor leidenschaftlicher Holzschuhmacher. Er zeigt den Besuchern sein Handwerk mit seiner alten Maschine. Wie viel Arbeit dahintersteckt, mit wie viel Liebe fürs Detail die Schuhe entstehen.

Vor dem Haus stehen Michael und Karin Hürland, der Kiepenkerl und seine Kiepenfrau. Sie verteilen köstliche Spezialitäten aus der Region, die leicht den Magen herunterrutschen.

120 Brote im Steinofen
Auch der Heimatverein Lembeck hat den besonderen Happen im Angebot: 120 Brote im Steinofen haben die Landfrauen gebacken. Diese sind schon mittags ausverkauft. Alternativ kann sich der Schlemmerfreund über ein Stückchen Kuchen freuen.
Kartoffeln der Größe nach einsortieren ist mit der Kartoffelsortiermaschine von Bernhard Kunzmann auch kein Problem. Martin Große Gellermann und Ulrich Keller sitzen am „Hebel“. Sie drehen am Rad, bis die kleinen, mittleren und großen Kartoffeln in der richtigen Tonne gelandet sind.

Hobbyimker Ulrich Vaut
Auch der Honig von Hobbyimker Ulrich Vaut punktet bei den Gästen. Eine Besucherin sagt: „Ich sehe kaum noch eine Biene“. Vaut antwortet: „Wir sehen sehr viele“.
Er gibt ihnen eine kleine Einführung in die Bienen- und Honigkunde: Die Waben sind eine Art Bienen-Bauhilfe für den Honig. Nachdem die Waben von den Bienen genutzt wurden, können sie erneut verwendet werden: Eine Firma schleudert die Waben aus und schmilzt sie ein. Doch um an den Honig zu kommen, nutzt Vaut eine Art Pumpe: Diese erzeugt auf sanfte Weise Qualm, den Bienen nicht mögen.

Dazu zündet er Eierkartons an, die nicht wirklich Feuerfangen. Den Qualm pumpt er an die Stelle, wo er an den Honig möchte. Dann fliegen die Bienen zur Seite und machen Platz. Mit Jeans, Schleier und Kittel ist er gut gewappnet, um nicht gestochen zu werden. Wenn er an den Honig möchte, nutzt er das alte Gerät – und drängt die Arbeiterinnen, die gerade mal 35 Tage leben, leicht zur Seite.
So will er die Tiere möglichst wenig stören und sie nicht gefährden. „Der größte Feind der Bienen sind die Milben“, erklärt er. Diese gehen direkt an die Bienen heran, so wie bei Hunden die Zecken.

Am Ende des Festes nehmen die Besucher sicher eine Menge Eindrücke aus alten Zeiten mit nach Hause, die auch in der Gegenwart nachhallen und wieder aufleben.
Fotos: André Elschenbroich































