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Heimat und Geschichte: Erinnerungen an das HeDoLi-Kino

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Hervest. Neulich beim Aufräumen der Garage entdeckte Redakteur André Elschenbroich Eintrittskarten aus dem Hervester HeDoLi-Kino. „In Hervest gab es ein Kino?“ werden sich viele Jüngere fragen. Doch älteren Generationen sind die Hervest-Dorstener Lichtspiele, kurz HeDoLi, noch ein Begriff.

Unter ihnen befindet sich auch das Hervester Urgestein Norbert Holz. Lag das HeDoLi doch in seiner unmittelbaren Nachbarschaft im Harsewinkel. Noch heute erinnert er sich an den ersten Film, den er dort sehen durfte: Rosen-Resli, ein Spielfilm nach der Novelle Rosenresli von Johanna Spyri. Mit diesem Film wurde Christine Kaufmann einst zum Kinderstar.

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Zehn Jahre alt war Norbert Holz damals im Jahre 1956. Es folgte „Die Trapp-Familie“ – nach der wahren Geschichte der Trapp-Familie gefilmt. Einer der erfolgreichsten deutschen Heimatfilme der 1950-er Jahre.

HeDoLi-Kneipe und ein Kiosk

Nach dem Kino ging es für Norbert Holz und seine Freunde weiter zur HeDoLi-Eisdiele: „Für zehn Pfennig gönnten wir uns dort oft drei Sorten Eis“, schwelgt Holz in Erinnerungen. Eine HeDoLi-Kneipe und ein Kiosk folgten. Vergessen hat er die Erlebnisse in seiner Heimat nicht.

Wurde das HeDoLi doch bis spät in seine Jugend hinein Ziel seiner Freizeitbeschäftigung. Der älteste Filmpalast in Dorsten-Hervest eröffnete schon 1919 unter der Leitung von Fritz Verhoeven und seinem Schwager Hermann Humke seine Pforten. Ort war eine alte Militärbaracke im Hof des „Gemeinnützigen Gasthofs“, der später unter dem Namen Haus Rose bekannt wurde.

Sohn Herbert Verhoeven

Zwischenzeitlich wurde das Kino geschlossen. Im Jahr 1939 eröffnete es neu und erhielt den Namen „HeDoLi-Palast“. Die Familie Verhoeven wohnte während Norbert Holz Kindheit direkt nebenan. So kam er oft mit ihnen ins Gespräch. Unterhielt sich über Filme – und vieles andere. Nach dem Tod des Vaters hatte Sohn Herbert Verhoeven das Lichtspielhaus im Jahr 1945 übernommen.

Zunächst durften nur Briten hinein. Als es für Deutsche eröffnet wurde, kam zum Kino eine Theaterbühne hinzu. Unter anderem wurde hier 1951 die berühmte Oper von Mozart „Die Zauberflöte“ aufgeführt. Da war Norbert Holz gerade fünf Jahre alt. Über zwölf Jahre später gab’s eine Feier: 1964 feierte die Schachtanlage Fürst Leopold/Baldur im HeDoLi-Saal ihr 50-jähriges Jubiläum. Doch wie alles irgendwann ein Ende findet, erging es auch dem HeDoLi-Kino so: Ende der 1980er-Jahre schloss der Filmpalast, der zu dieser Zeit noch 100 Plätze hatte.

All das sind Erinnerungen, die Norbert Holz wie einen Schatz in seinem Herzen hütet. „Eine schöne Zeit“, betont er im Telefongespräch. „Auch wenn die Jugend von heute noch ganz andere Sachen kennt“. Für Norbert Holz und viele andere ist das HeDoLi nicht nur ein Stück Heimatgeschichte, sondern ein Ort, der Kultur lebendig machte.

Ein Dank gilt Norbert Holz, der mit uns seine Erinnerungen an das Kino in seiner Nachbarschaft geteilt hat.

Quelle historischer Fakten:

  • Entnommen: Dorsten-Lexikon.de

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