Dorsten. Ein rotes Zirkuszelt ist aufgebaut. Wer eintritt, findet sich in einer kleinen Traumwelt wieder. Ein Sternenhimmel scheint über die Köpfe hinweg.
Und die jungen Nachwuchs-Talente im Circus Soluna leuchten selbst wie kleine Sterne in der Manege. Sie sind die wahren „Stars“ des Circus Solunas. Zur Ferienaktion des Leos haben sich 80 Kinder angemeldet. Eine Woche lang haben sie sich rund sechs Stunden am Tag ins Zeug gelegt (wir berichteten).
Geraldine und Sandy stehen kurz vor Beginn noch selbst am Eingangstor. Sie geben Zuschauern Eintrittskarten in die Hand. Jede Karte hat eine Sitznummer. Später werden die zwei 14-Jährigen Mädchen als Akteure selbst auf der Bühne im Rampenlicht stehen. Ihnen hat die Woche „super gefallen“. Sandy betont: „Die Woche war lustig, aber anstrengend“. Die beiden machen erstmals beim Zirkusprojekt mit. Bislang waren sie schon öfter im Leo zum Jugendtreff gekommen, der für sie immer ein Anlaufpunkt ist.
Circus Soluna schafft eine Traumwelt
Unter einem blauen Sternenhimmel zeigen die jungen Artisten, was sie gelernt haben. Für eine Woche leuchten alle Kinder und Jugendliche selbst als kleine Sterne auf. Sie sind die „Stars“ des Circus Solunas. Und einen Moment lang verwandeln sie die harte Wirklichkeit draußen in eine Traumwelt aus 1001 Nacht. Bringen die Herzen der Zuschauer zum Leuchten.

Foto: Marie-Therese Gewert
Zur ersten Vorstellung des Tages ist auch Bürgermeister Tobias Stockhoff gekommen und lobt das Engagement der Kinder. Das sei einfach toll, meint er. „100 Leute haben so viel Stimmung gemacht, wie sonst 300 Leute im Zelt“, sagt Jackie Möller, Jugendleiterin im Leo. Sie selbst war schon im Jahr 2005 dabei, verrät sie. Damals noch im Treffpunkt Altstadt, erinnert sich Christian Joswig. „Es macht einfach sehr viel Spaß“. Jackie Möller kam einst als Praktikantin und blieb ihrer Heimat treu, ist heute Jugendleiterin. Auch jetzt fährt sie im Urlaub und in ihrer Freizeit mit dem Zirkusteam mit, gesteht sie.
So fasziniert diese Zirkuswelt Jung und Alt. Vereint Traum und Wirklichkeit. Ruft Magie in der Welt wach. Gerne hätten die Kinder mehr Zeit im Zirkus verbracht: „Einige Kinder würden lieber auf den Urlaub verzichten als auf die Ferienaktion mit dem Zirkus“, erklärt Christian Joswig, Leiter des Leos und Organisator des Zirkusprojekts.
Zwei Vorstellungen im Circus Soluna
Zur zweiten Vorstellung finden sich die Gäste ebenfalls langsam ein. Erneut schwebt da diese gespannte Erwartungshaltung durch den Raum. Bis es soweit ist, müssen noch alle ihre Plätze einnehmen. Leichtes Flüstern durchzieht das Zelt. Leiser als gewohnt.

Foto: Marie-Therese Gewert
Denn auch jetzt sieht es ähnlich aus, wie am Vormittag: Wo sonst 300 Zuschauer Platz nehmen, dürfen nur rund 100 Zuschauer die Vorstellung genießen. Auch jetzt klappt alles reibungslos. Aufregung und Vorfreude steigen.
„Security Team“ achtet auf Einhaltung der Regeln
Das „Security Team“ besteht aus sieben Kindern und achtet streng darauf, dass alle Schutzvorkehrungen eingehalten werden. Ausgestattet sind sie mit gelben Westen, Sonnenbrille, Wasserpistole und Desinfektionsmittel. Sie überprüfen genau, ob sich auch alle ordnungsgemäß desinfiziert haben. So ist die junge „Desinfektions-Police“ stets einsatzbereit. Doch alle verhalten sich vorbildlich.

Foto: Marie-Therese Gewert
Stimmung machen können die Dorstener
Während die Zuschauer im Zelt ihre Plätze einnehmen, warten die Akteure in der Welt draußen vor dem roten, spitzzulaufenden Zirkuszelt auf ihren großen Auftritt. Jackie Möller betritt die Manege: „Wir sind heute 111 Menschen und machen Stimmung wie 500 Leute. Das kann Dorsten doch, oder?“ Die Antwort kommt prompt: Fußgetrappel, lauter Applaus, Jubel. Nach einem ersten Durchgang schwingt die Begeisterung über.
Dann heißt es: „Manege frei – das Spiel beginnt“. Spätestens als die „Stars“ selbst ihr Talent präsentieren, gibt es kein Halten mehr. Alle sind voll des Lobes. „Alles ist sehr professionell“, betont Christian Joswig freudestrahlend.
Dank zahlreicher Helfer hat alles reibungslos funktioniert. Auch die Jungs, die im Leo ein Stück weit zuhause sind, standen dem Team und den Trainern von Anfang an hilfreich zur Seite: Sie bauten das Zirkuszelt mit auf.

Für alle, die es in diesem Jahr nicht geschafft haben: Sicher wird das Leo auch in Zukunft spannende Aktionen anbieten – und auch der Zirkus war sicher nicht zum letzten Mal in Dorsten-Hervest. Bis dahin dürfen alle Beteiligten erst einmal die Erinnerungen mit in ihre Träume nehmen und dort lebendig halten.
– „Der Zirkus der Träume“, lautet die Antwort. Das Mädchen lächelt glücklich. Dann bebt das Eisentor kurz und öffnet sich wie von selbst. Die Torflügel schwingen auf und laden die Menschen ein. Jetzt ist der Zirkus geöffnet. Jetzt darfst du eintreten. –
Zitat von Erin Morgenstern aus ihrem Roman „Nachtzirkus“




























